Episode 09: Kommunikation

Shownotes

In dieser Folge erfährst du:

  • Warum unser Gehirn rund 11 Millionen Bits pro Sekunde verarbeitet – und nur etwa 40–50 Bits davon bewusst ankommen.
  • Weshalb über 99,9 % deiner Reaktionen unbewusst angestoßen werden – bevor du überhaupt „denkst“. 
  • Wie dein Gehirn Informationen grob in zwei „Buckets“ sortiert: Rot = Bedrohung und Grün = Verbindung, Kooperation, Klarheit.
  • Was im sogenannten Rot-Modus neurobiologisch passiert: Amygdala-Alarm, Stresshormone, Tunnelblick, eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit.
  • Was den Grün-Modus ausmacht: aktiver präfrontaler Kortex, Flow-Zustände, Kreativität, Lernfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.
  • Warum Kommunikation nicht aus dem besteht, was du sagst – sondern aus dem, was beim Gegenüber ankommt.
  • Was es mit der bekannten 7–38–55-Regel auf sich hat (Worte, Stimme, Körpersprache) – und warum sie oft missverstanden wird.
  • Wie du anfangen kannst, deine Rot-Wörter (z.B. „müssen“, „Problem“, „aber“) zu erkennen und Schritt für Schritt durch Grün-Sprache zu ersetzen.

Was du aus der Folge mitnehmen kannst:

  • Ein klares Bild davon, wie dein Gehirn Kommunikation verarbeitet – bewusst und unbewusst.
  • Ein einfaches Rot-Grün-Modell für Kommunikation, das dir hilft, Situationen in Job, Beziehung und Alltag besser einzuordnen.
  • Mehr Verständnis dafür, warum andere manchmal „überreagieren“ – und warum das oft weniger mit Absicht, sondern mehr mit Nervensystem und Vergangenheit zu tun hat. 
  • Erste sprachliche Hebel, mit denen du dein eigenes Nervensystem und das deines Gegenübers eher auf Grün hältst.
  • Die Einladung, bei dir selbst anzufangen: Welche Worte bringen DICH auf Rot – und welche Sätze holen dich zurück auf Grün?

**Modelle & Studien:

  • Britannica (o. J.): Information theory – Physiology. Angabe zu ca. 11 Millionen Bits pro Sekunde Gesamtinput und ca. 50 Bits bewusster Verarbeitung.
  • Wiliam, D. (2006): The half-second delay: what follows? In: Pedagogy, Culture & Society, 14(1), 71–81. Beschreibung der Diskrepanz zwischen ca. 11 Mio. Bits unbewusster Verarbeitung vs. etwa 50 Bits bewusster Aufmerksamkeit pro Sekunde.
  • LeDoux, J. E. (2000): Emotion circuits in the brain. In: Annual Review of Neuroscience, 23, 155–184. Grundlagenarbeit zu schnellen subkortikalen Pfaden zur Amygdala und emotionaler Verarbeitung vor bewusster Kognition.
  • LeDoux, J. E. (2020): Fear, anxiety, emotions, consciousness and the amygdala. In: Cerebral Cortex. Persönliche Rückschau auf die Forschung zur Rolle der Amygdala bei unbewusster Bedrohungsverarbeitung.
  • Porges, S. W. (1994 ff.): Polyvagal-Theorie; z. B. zusammengefasst in: Dana, D. (2018): Einführung in die Polyvagal-Theorie, deutsche Broschüre.
  • Porges, S. W. (2022): Polyvagal Theory: A Science of Safety. In: Frontiers in Integrative Neuroscience, 16, 871227. Darstellung, wie Stimme, Gesichtsausdruck und autonome Zustände soziale Verbundenheit und Sicherheit beeinflussen.
  • Barrett, L. F. (2017): How Emotions Are Made: The Secret Life of the Brain. Houghton Mifflin Harcourt. Grundlage der Theorie der konstruierten Emotionen und Bedeutungskonstruktion durch das Gehirn.
  • Mehrabian, A. (1967): Decoding of Inconsistent Communications und Inference of Attitudes from Nonverbal Communication in Two Channels. Basis für die bekannte 7–38–55-Regel zu Worten, Stimme und Körpersprache.

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