Episode 22: Empathie

Shownotes

Empathie ist eines der meistgenutzten und gleichzeitig meistmissverstandenen Wörter unserer Zeit. In dieser Folge schauen wir genau hin: Was ist Empathie wirklich? Was ist der Unterschied zu Mitgefühl, und warum ist dieser Unterschied neurobiologisch relevant? Und: Kann man Empathie lernen?

Key Takeaways • Empathie hat zwei Gesichter: emotionale Empathie (Fühlen) und kognitive Empathie (Verstehen) – beide sind im Gehirn neurobiologisch unterschiedlich verankert. • Empathie und Mitgefühl sind nicht dasselbe. Empathie aktiviert das Schmerzverarbeitungsnetzwerk im Gehirn – und kann erschöpfen. Mitgefühl aktiviert das Belohnungssystem – und gibt Energie. • Ja, Empathie ist lernbar. 59 von 63 empirischen Studien belegen das. Entscheidend ist das Wie: Erleben, nicht Zuhören. • Wer unter chronischem Stress steht, verliert buchstäblich den Zugang zur kognitiven Empathie – der präfrontale Kortex arbeitet dann schlechter. Empathie braucht Stabilität, keine Willenskraft. • Empathie beginnt innen: Emotionale Selbstwahrnehmung und Empathie teilen sich neuronale Netzwerke. Wer sich selbst besser kennt, fühlt sich auch besser in andere ein. • Zu viel Empathie kann lähmen, erschöpfen und manipulierbar machen. Das gesunde Gegengewicht: Mitgefühl – und Ekpathie (Luis de Rivera).

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Quellen & Wissenschaft

Berghofer, G., Gonja, T. & Oberlechner, T. (2008): Kann Empathie trainiert werden? Ein Review empirischer Studien. Person, 2, 33–48.

Singer, T. et al. (2004): Empathy for Pain Involves the Affective but not Sensory Components of Pain. Science, 303(5661), 1157–1162.

Singer, T. & Klimecki, O. (2014): Empathy and compassion. Current Biology, 24(18), R875–R878. Klimecki, O. et al. (2013): Functional Neural Plasticity and Associated Changes in Positive Affect After Compassion Training. Cerebral Cortex, 23(7), 1552–1561.

Bekkali, S. & Enticott, P. (2022): Is there evidence that the human mirror neuron system is involved in social cognition? A meta-analysis of neuroimaging studies. Psychonomic Bulletin & Review.

Arnsten, A. F. T. (2009): Stress signalling pathways that impair prefrontal cortex structure and function. Nature Reviews Neuroscience, 10, 410–422.

Bloom, P. (2017): Empathy and Its Discontents. Trends in Cognitive Sciences.

Rogers, C. R. (1975): Empathic: An unappreciated way of being. Counseling Psychologist.

Tan, C. M. (2012): Search Inside Yourself. HarperOne.

De Rivera, L. (2003): Psicopatología de la vida cotidiana. Síntesis.

Ein Podcast für alle, die Change, Transformation und persönliche Entwicklung bewusst gestalten wollen.

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