Episode 31: Die Kontroll-Illusion

Shownotes

Kennst du das Gefühl, ständig alles im Griff haben zu müssen – und trotzdem nie wirklich zur Ruhe zu kommen? In dieser Folge tauche ich tief in das Phänomen der Kontroll-Illusion ein und zeige dir, warum unser Gehirn so dringend nach Kontrolle greift, gerade wenn wir sie am wenigsten haben. Ich teile wissenschaftliche Erkenntnisse, persönliche Erfahrungen und konkrete Mindmoves, wie du echte Kontrolle aufbaust und dich von erschöpfender Schein-Kontrolle befreist.

Du erfährst, wie Loslassen und klare Prozesse nicht nur dein Stresslevel senken, sondern auch dein Umfeld stärken. Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du aus dem Kontrollkreislauf aussteigst und mehr Gelassenheit in deinen Alltag bringst – für mehr mentale Klarheit, gesunde Führung und ein entspannteres Leben.

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00:00:06: Willkommen bei The Brain Behind, deinem Podcast für gehörngerechte Kommunikation, mentale Klarheit und smarte Moves im echten Leben.

00:00:21: Mein Name ist Anne, Gründerin der Change- und Kommunikationsberatung ConstantChange, Creator von The Narlow Groove und host dieses Podcasts.

00:00:29: Hier bekommst du wissenschaftliche Impulse für ein leichter Umgang mit Druck & Stress und die Message, dass Du mit Deinem Herausforderungen alleine bist!

00:00:41: Vielen Dank fürs Reinhören Und viel Spaß bei dieser Episode.

00:00:53: Es ist schon super spät, du hast den Laptop grad zugeklappt vielleicht Computer runtergefahren und keine Minute später ist er wieder offen.

00:01:02: nicht weil da irgendwie noch eine neue Nachricht wieder kam oder du noch irgendwas machen wolltest oder irgendein Notfall dann doch aufgekommen ist sondern weil du einfach nochmal nachgucken wolltest ob sich die Zahlen vielleicht doch noch mal verändert haben?

00:01:18: Oder wie die aussehen ob da irgendwas passiert ist, was du vorher noch nicht gesehen hast.

00:01:24: Und... Du weißt eigentlich ganz genau, dass da nichts mehr passiert ist und trotzdem öffnest du diesen Ordner, öffhnest du dieses Dashboard, öffenst du diese Datei.

00:01:35: Es kann genauso sein, kennst du vielleicht auch?

00:01:38: Du hast mal irgendwo geparkt und warst – das war auch schon spät oder du warst vielleicht ein bisschen im Stress, wolltest nach Hause und dann kommst du zuhause an und bist so oh Gott habe ich abgeschlossen!

00:01:47: Hab' ich das Auto

00:01:48: zugemacht?!

00:01:49: habe ich alles so gemacht, wie es machen sollte.

00:01:52: Und du rennst noch mal zurück um zu kontrollieren ob das auch wirklich so ist.

00:01:56: Solche Szenen kennen glaube ich jeder von uns und ich kenne diese Szene also.

00:02:02: die begegnen mir einfach relativ häufig in meiner Praxis, in der Arbeit mit Geschäftshörern aber auch bei Beratern oder auch beim Menschen, die sehr viel Verantwortung tragen und auch sehr gut darin sind.

00:02:13: Und jedes Mal aber stelle ich dann die Frage oder frage ich mich auch an solchen Prozessen Was genau kontrollierst du eigentlich?

00:02:20: Wofür war das gerade gut, nur um festzustellen dass sich nichts verändert hat oder dass man doch abgestoßen hat.

00:02:28: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von The Brain Behind dem Podcast für Menschen die viel tragen, die mit Veränderungen umgehen müssen und die Dinge wirklich verstehen wollen und vor allem für alle die Lust haben, Dinge fürs Leben zu lernen, die bislang in der Schule noch keinen Platz finden.

00:02:44: Diese Folge ist vor allem für dich, wenn du ganz tief drin ab und zu mal das Gefühl hast, dass es ohne deinen Griff, ohne deine Kontrolle nicht funktioniert.

00:02:56: Und wenn du vielleicht auch häufiger, vielleicht auch ständig dieses Bedürfnis verspürst, Kontrolle haben zu wollen bzw sogar so diese Kontrolle habe zu müssen!

00:03:07: Und am Ende dieser Folge hast du drei konkrete Hebeln, mit denen du echte... also wirklich ECHTE Kontrolle aufbaust.

00:03:13: Wir sprechen auch darüber was eben keine echte Kontrolle ist und eine Art und Weise die dein Nervensystem tatsächlich beruhigt anstatt das Wach zu halten!

00:03:22: Wir machen heute drei Dinge.

00:03:23: Also wir schauen uns erstmal an Was ist die Kontroll-Illusion eigentlich rein neurobiologisch?

00:03:28: Und warum greift dein Gehirn nach Kontrolle wenn du im wenigsten Kontrolle

00:03:33: hast?!

00:03:34: Zweitens, was dich diese Illusion tatsächlich kostet.

00:03:37: Also auch dich und dein Team – also wir betrachten das auch ein bisschen systemisch an der Stelle – und drittens wie du wirklich echte Kontrolle aufbaust, anstatt dich in ihrer Illusion eigentlich zu erschöpfen?

00:03:50: Wir fangen mal mit diesen Phänomenen der Kontrollillusion an.

00:03:56: Er war ja schon in den letzten Jahren in den ersten Jahren.

00:03:57: Ich muss fast sagen meine Lieblings-Harvard-Professorin, die Ellen Langer ist.

00:04:04: Die hat ein Experiment gemacht und es ist ein Klassiker seitdem.

00:04:07: Und das ist jetzt echt schon alt!

00:04:09: In dem Experiment ging es darum, also Menschen die bei einem reinen Zufallspiel, reines Zufallspiel selbst die Karte ziehen oder selbst den Würfel werfen durften, die schätzten ihre Gewinnchancen systematisch höher ein als Menschen für die das jemand anderes üben.

00:04:30: Obwohl der ZufAll exakt derselbe war... Langerin nannte das nämlich die Illusion of Control, also die Kontrollillusion.

00:04:39: Die Handlung selbst hat gar nichts verändert aber das Gefühl von Einfluss.

00:04:44: wenn ich selber mache, das hat trotzdem zugenommen und die Alltagsversion davon ist zum Beispiel der Aufzugknopf den du drückst und dann drückste nochmal und noch mal Obwohl du längst weißt, dass mehrfaches Drücken überhaupt nichts beschleunigst.

00:05:01: Aber du drückst trotzdem weil du dann das Gefühl hast mehr Kontrolle zu haben was aber tatsächlich eine komplette Illusion ist.

00:05:09: Wenn wir das ganze mal auf den Führungsalltag jetzt mal münden und wenn man uns das mal betrachten wie das aussieht da sieht es ähnlich aus.

00:05:16: Das ist aber verdammt teuer.

00:05:19: Wenn wir so das dritte Mal am Tag ins Dashboard schauen obwohl sich die Zahl einfach nicht verändert hat Wenn wir zum zehnten Mal nachfragen, ist irgendwas fertig.

00:05:26: Obwohl wir genau wissen, dass es erst Ende der Woche fertig wird.

00:05:28: Wenn wir uns in ein Kundengespräch setzen und das das Team längst alleine führen kann... ...wenn wir uns doch die E-Mails noch mal schicken lassen oder die E‑Mails sehen wollen von unseren Mitarbeitenden oder nochmal mitlesen bevor sie rausgehen.

00:05:42: So keine dieser Handlungen verändert, wenn wir mal ganz ehrlich sind und wirklich mal so tief in uns reingehen.

00:05:48: Keine diese Handlungen oder nur sehr wenige dieser Handungen!

00:05:52: verändern das Ergebnis und was sie aber tun, und das ist nämlich der Knackpunkt.

00:05:57: Sie verändern wie es sich anfühlt für dich für einen Moment weil du in diesem Moment eben das Gefühl der Kontrolle hast obwohl dass noch eine Illusion ist.

00:06:08: Privat sieht das bei mir auch komplett gleich aus.

00:06:12: also auch da wenn wir wieder ins System Familie Freunde ins private System gucken unsere Tochter ist beschäftigt Und ich frag mich immer, geht's dir gut?

00:06:22: Geht es mir

00:06:22: gut?".

00:06:23: Ich schreibe trotzdem eine Nachricht.

00:06:24: Hey!

00:06:24: Ist alles okay ne?

00:06:25: Wenn sie mit der Oma unterwegs ist vielleicht und wenn dann die Oma auch nicht sofort antwortet, dann so oh Gott, ist irgendwas passiert.

00:06:31: Also das ist jetzt die Extremversion.

00:06:33: Das ist...ich schreiber nicht so häufig wie ich es vielleicht gerne tun würde aber ich muss echt sagen dass sich auch bei der Recherche wieder zu diesem Podcasts ich habe mich echt erwischt gefühlt.

00:06:43: Und dass man eben denkt so man könnte auch alles kontrollieren.

00:06:45: Es macht mir einfach nur ein gutes Gefühl.

00:06:47: ändern an der Situation kann ich nichts.

00:06:51: Das ist auch selbst wenn was wäre.

00:06:53: Ich könnte nichts ändern.

00:06:54: und wenn ich mal überlege, die Male... also wann war wirklich mal was als ich geschrieben habe?

00:06:59: Als ich die Situation kontrollieren wurde?

00:07:00: nie!

00:07:02: Meine Nachricht hat nicht an der Sicherheit oder dem Wohlbefinden von meiner Tochter verändert.

00:07:07: Es war die ganze Zeit über in Ordnung.

00:07:10: Was sich aber verändert hat Ist mein eigener Zustand Mein eigener Puls Dieses, ich kriege keine Antwort.

00:07:18: Ich weiß gerade nicht, was los ist.

00:07:19: Ich habe die Kontrolle.

00:07:22: Kontrolle, die du nicht hast, die fühlst du trotzdem und genau das kann uns wirklich nur bemachen.

00:07:33: Also das ist das Phänomen, was so passiert.

00:07:36: Wir hätten gerne eben die ganze Zeit die Kontrollen.

00:07:39: Was ist denn der Mechanismus eigentlich dahinter?

00:07:42: Warum passiert das auch an der Stelle?

00:07:44: Du kennst bestimmt diesen wunderbaren Satz.

00:07:47: Vertrauen ist gut und Kontrolle ist besser!

00:07:50: Den hast du bestimmt schon mal gehört, beruflich wie privat.

00:07:52: Vor allem wahrscheinlich beruflig und das klingt nach recht gesunden Menschenverstand.

00:07:56: Er beschreibt vor allem was in deinem Gehirn passiert wenn die Unsicherheit steigt.

00:08:01: Es beschreibt aber nicht was tatsächlich passiert Und was tatsächlich funktioniert In deinem gehirn.

00:08:06: und da würde ich gerne mal reinschauen weil es ist echt interessant Wenn Du einen Verlust von Autonomie spürst Fühlts so ne?

00:08:15: Wenn Du gefühlt keine Kontrolle mehr hast Dann ist das für Dein Gehirnt Wie eine körperliche Bedrohung.

00:08:20: Und das haben der neurowissenschaftler Matthew Liebermann und Naomi Eisenberger gezeigt.

00:08:25: Da haben wir auch schon mal reingeschaut in diversen anderen Podcastfolgen hier, dass sozialer Kontrollverlust – also dieser soziale Kontroll-Verlust!

00:08:34: Also ich habe keinen Einfluss auf Dinge oder nicht das Gefühl, dass sich was kontrollieren kann.

00:08:38: Das aktiviert dieselben Hirnareale wie physischer Schmerz.

00:08:43: Der David Rock hat daraus ja auch das Gafmodell mehr oder weniger gebaut.

00:08:46: Es ist eine große Metastudie.

00:08:48: dazu gibt es auch einen Podcastfolge Und der sagt, es gibt nämlich diese fünf sozialen Grundbedürfnisse.

00:08:54: Das sind Status, Sicherheit, Autonomie für Gehörigkeit und Fairness.

00:08:59: Und Autonomien ist eben eine dieser fünf Achsen auf die dein Nervensystem reagiert als Gingees um Leben und Tod.

00:09:06: Also wenn du einfach nicht mehr das Gefühl hast dass du autonom handeln kannst also dass du keine Kontrolle hast dann kann es sein, dass dein Gehirn das wie eine lebensbedrohliche Situation eben einordnet.

00:09:19: Das heißt, wenn ein Markt instabil wird beispielsweise, also wenn wir jetzt wieder in die Wirtschaftswelt schauen.

00:09:23: Wenn ein Großkunde abspringt und das Angebot nicht durchgeht oder wenn eine Restrukturierung ansteht oder eine Transformation oder Veränderung irgendwie in jeglicher Hinsicht dann sinkt die reale Kontrolle über diesen Ausgang.

00:09:36: gleichzeitig – und das ist absurd – steigt dein Bedürfnis danach nach dieser Kontrolle drastisch an!

00:09:43: Und der Robert Zipolski, der hat dazu einen Satz formuliert.

00:09:47: Den finde ich wahnsinnig wichtig!

00:09:50: Der sagt Vorhersagbarkeit ohne Kontrollierbarkeit ist selbst ein Stressor.

00:09:56: Also du siehst die Krise kommen und kannst sie nicht abwenden und genau diese Kombination zu etwas sehen aber nicht danach greifen können.

00:10:06: das treibt den Cortisol-Spiegel wahnsinnigt nach oben also unseren Stressspiegel unseren Stress.

00:10:11: Und dann ist unser Körper auch einfach in diesem Stressmodus, wir schlafen schlechter in der Regel und unsere Herzfrequenz geht nach oben.

00:10:19: Wir fangen an zu schwitzen.

00:10:21: Wir sind nicht mehr so konzentriert.

00:10:23: Das ist aber auch genau der Grund warum du vielleicht nochmal zurück zum Auto läufst oder warum du nachts noch mal dein Computer aufmachst oder so.

00:10:31: Denn das gibt dir denn das Gefühl der Kontrolle obwohl du in Wahrheit überhaupt gar keine hast.

00:10:38: Dein Gehirn findet in der echten Krise Keine Stelle, wo es halt ansetzen kann.

00:10:44: Weil dieses Unsicherheitsding einfach da ist und deswegen sucht sich Ersatzstellen.

00:10:49: Das Gehirn sucht dich dann Dinge, wo's gefühlt kontrollieren kann Eine irgendwie so eine Stelle, Wo sie Kontrolle herstellen lässt wie das Dashboard oder das Auto.

00:10:58: Nur dass es am Ende wirkungslos, das ist Energie die du Am ende verschwendest.

00:11:04: Und die E-Mail des Dashboards das auto das Meeting in das zu Dich doch noch reinsetzt das Gespräch was Du doch mit deinem Mitarbeiter führst dass nicht nur das Meeting, sondern die E-Mail genau, die du vielleicht auch noch schreibst.

00:11:16: Also all diese Dinge... weil wenn das Gehirn keine echte Kontrolle findet dann baut es sich Kontrolle und das ist eben der Punkt den die meisten übersehen, auch wenn sie gestresst sind, ne?

00:11:28: Dann denken Sie ah nochmal kontrollieren und nochmal das macht mir dann ein besseres Gefühl tut's de facto nicht.

00:11:33: am Ende ist das Energie verschwinden Wenn wir Kontrolle.

00:11:40: also Kontrolle, echte kontrolle ist kein Gefühl.

00:11:45: Das Gefühl, die Kontrolle zu haben – das ist eben diese Kontroll-Illusion!

00:11:49: Das ist das was Alan Langer in den Experimenteindrucksvoll bewiesen hat.

00:11:54: Echte Kontrolle ist tatsächlich ein Prozess und wenn du schon paar Podcasts für mir gehört hast dann kennst du mich mittlerweile ich bin allin für Gefühle.

00:12:03: also höre auf deinen Bauch oder auf deine Gefühlen.

00:12:05: wenn du das brauchst dann mach das auch.

00:12:07: Tatsächlich bei diesem Kontrollthema... Ich finde es total spannend, ich war noch mal reflektiert.

00:12:13: Da geht es tatsächlich nicht so sehr ums Gefühl, sondern es geht da drum, dass du für dich Prozesse etablierst die darauf ausgerichtet sind Energie zu sparen und dir gleichzeitig ein gutes Gefühl zu geben.

00:12:28: Was meine ich damit?

00:12:29: Also der Neurowissenschaftler – das kommt jetzt kaum noch einer ins Spiel!

00:12:32: Es ist also ein gut erforschter Bereich des Stephen Mayer.

00:12:37: Der hat über Jahrzehnte untersucht was im Gehirn passiert wenn Lebewesenkontrolle über einen Stressor erleben Also echte, kausale Kontrolle.

00:12:44: Nicht das Gefühl davon!

00:12:46: Und sein Befund war... Erlebte Kontrolle trainiert den ventrometrialen Präfonthein Cortex, könnt ihr direkt wieder vergessen also das was da irgendwie vorne hinter eurer Stirn ist und der dämpft dann künftige Stressoren aktiv.

00:13:03: Also auch dann wenn die nächste Situation gar nicht mehr kontrollierbar ist diese eine Erfahrung wirkt wie eine Versicherung für das nächste Ja, für das nächste was passiert?

00:13:12: Für eine Versicherung für das Nervensystem sozusagen.

00:13:14: Auch noch Monate später!

00:13:17: Ganz wichtig an der Stelle – diese schützende Wirkung entsteht nur durch Kontrolle die tatsächlich am Mechanismus angreift Also ein Prozess den du verändert hast Eine Entscheidung die wirklich bei dir lag Nicht durch das Gefühl irgendwas getan zu haben also nach zum Autorennen hilft nichts.

00:13:35: Oder das Sashboard wieder öffnen um noch irgendwelche Zahlen zu kontrollieren auch das nicht.

00:13:39: Und genau da liegt der Unterschied zwischen der echten und der illusorischen Kontrolle.

00:13:44: Echte Kontrolle entsteht durch klare Entscheidungsprozesse, durch Kompetenz, durch Strukturen die du gebaut hast oder die in diesem System herrschen, die auch ohne dich tragen!

00:13:59: Und illusionäre Kontrolle entsteht durch Präsenz, durch dabei sein, durch Mitlesen, durch Nachfragen – es fühlt sich beides sehr ähnlich an.

00:14:09: Nur neurobiologisch sind das zwei komplett unterschiedliche Vorgänge mit zwei sehr verschiedenen Folgen.

00:14:16: Das eine baut eine Schutzfunktion auf und beruhigt dich, also diese Prozesskontrolle sage ich mal und das andere hält ein Alarmsystem wach.

00:14:24: Das andere ist ein reiner Stressor.

00:14:29: Echte Kontrolle fühlt sich ruhig an.

00:14:33: Illusionäre Kontrolle füllt sich nach Alarm an Und in meiner Arbeit mit Wirtschaftsunternehmen, mit Geschäftsführenden auch hier wieder mit Beratern sehe ich den Unterschied täglich wenn ich so darauf gucke.

00:14:47: Jemand führt ein Unternehmen mit dreißig vierzig Leuten der hat klare Prozesse für die wichtigen Entscheidungen aufgebaut.

00:14:53: es ist eigentlich und jetzt benutze ich dieses Wort wirklich sehr bewusst das ist eigentlich alles klar und das Ziel darf es auch immer sein dass ein Geschäftsführer eigentlich gar nicht gebraucht wird sitzt in diesem Fall der Geschäftsführer in jedem operativen Meeting drin.

00:15:08: So, die Prozesse geben eigentlich die Sicherheit.

00:15:10: also da hat das wahnsinnig gut aufgebaut.

00:15:12: aber er kann nicht loslassen und diese Anwesenheit einfach dass er dabei ist es gibt ihm dann das Gefühl davon irgendwie noch was zu kontrollieren.

00:15:21: nur der vermischt da genau diese beiden Dinge eigentlich alles da was er braucht die Prozess die Klarheit wirklich tolle Menschen.

00:15:29: und er sitzt aber trotzdem die ganze Zeit dabei.

00:15:31: und dann hat er dieses Gefühl diese Kontrolle zu haben.

00:15:34: Und wer dieses Vermischt, der hält eine Anwesenheit fest, weil sie sich so unmittelbar nach dieser Kontrolle anfühlt.

00:15:41: Nur merkt erst Monate später dass das ihn gar nicht ruhiger gemacht hat sondern nur müder.

00:15:46: und das ist dann nämlich der Punkt!

00:15:48: Das ist nämlich ein Coachie von mir, da sitzt er jetzt da und sagt ich bin so gestresst und ich weiß gar nicht warum?

00:15:53: Weil alles läuft eigentlich super und dann geht es darum zu gucken okay warum und ja... Da spielt in diesem Fall die Kontrollillusion ne wahnsinnig wichtige Rolle Und das ist der Unterschied, den eben die Kontrollillusion macht.

00:16:08: Also echte Kontrolle versus diese unechte Kontroller.

00:16:12: Also Prozessklarheit, Entscheidungsklarkeit versus die Illusion etwas unter Kontrolle zu haben und das Gefühl, etwas kontrollieren zu können.

00:16:26: Den Preis, den du für die Kontollillusion zahlst hat auch zwei Seiten.

00:16:32: Und zwar dass eine ist ist dem Preis den du halt zahlst, also in Form von Stress.

00:16:38: In Form von Unruhe.

00:16:40: In form von viel Cortisol und ja vielleicht sogar schlaflose Nächte oder einfach so das was man halt zu spürt wenn man halt extrem gestresst ist die ganze Zeit Und?

00:16:54: Die zweite Seite ist die deines Teams oder deines Systems indem du sonst bist auch die Familie oder so.

00:17:01: Denn auf deiner Seite Wissen wir auch, und da haben wir in der letzten Folge drüber gesprochen über der kürzen Zunschnur.

00:17:08: Chronisch erhöhtes Cortisol verändert nachweislich den Hypokampus und es schwächt genau die präfrontalen Funktionen, die du eigentlich für diese guten Entscheidungen brauchst – nicht nur eigentlich, das brauchste für gute Entscheidungen!

00:17:19: Und da kannst du dir gerne nochmal die Folge über die kurze Zunschnur anhören.

00:17:23: Da spreche ich noch mal ein bisschen detaillierter darüber... ...und wer ständig eben in dieser Ersatzkontrolle unterwegs ist, verbraucht diese Ressource ohne so einen schützenden Effekt jemals zu bekommen.

00:17:36: Also du zahlst Stresskosten, ohne Versicherungsleistung zu erhalten und das ist echt blöd!

00:17:44: Und auf der Seite dann eben von zum Beispiel deinem Team oder deiner Familie oder deinen Freunden.

00:17:50: da passiert dann was es mindestens genau so teuer.

00:17:53: jede Kontrolle die du an dich ziehst ist eine Autonomie, die du jemand anderem entziehst.

00:18:00: Scarf wirkt also in beide Richtungen Denn Team registriert generell das mit Lesendes Nachfragen, das kontrollieren.

00:18:10: Und das registrierte es als ein Status- und Autonomieverlust – also eine Bedrohung dann wieder!

00:18:15: – und nicht als eine Unterstützung im Prozess.

00:18:19: Die Reaktion da drauf ist fast immer sehr ähnlich.

00:18:23: Es gibt weniger Eigeninitiative in der Regel, es gibt weniger Risiko, mehr Rückversicherung Ob das jetzt auch wirklich das ist, was du möchtest und was vielleicht auch so im ersten Augenblick wie Sorgfalt aussehen kann.

00:18:38: Das erzeugt aber strukturell denn wieder genau das Verhalten dass dich dann am Ende noch mehr eingreifen lässt.

00:18:44: Es gibt einen White-Hold Studio von Michael Marmot an britischen Beamten Und diese Studie hat über Jahrzehnte gezeigt welche Konstellationen am stärksten mit Herzkreislauferkrankungen zusammenhängen.

00:18:57: Und das ist nicht die hohe Verantwortung alleine, sondern die Kombination aus einer sehr hohen Anforderung mit niedriger Kontrolle.

00:19:06: Und genau die Kombination baust du ungewollt für dein eigenes Team wenn Du dir die Kontrolle nimmst, die eigentlich bei Ihnen liegen sollte.

00:19:18: Das ist jetzt ein Beispiel aus einem Team.

00:19:22: Wenn wir das nochmal aufs private Leben übertragen Wie kann das denn sein in Familien?

00:19:28: Wenn ich zum Beispiel ständig Dinge übernehme, die eigentlich mein Mann tun sollte dann habe ich genau den gleichen Effekt.

00:19:36: Nur weil es mir vielleicht nicht schnell genug geht oder ich's gern ordentlich hab oder so nur ungewollt.

00:19:42: was mache ich da?

00:19:44: Ich baue mir das System was ich eigentlich gar nicht haben will denn wer alles kontrollieren will der kontrolliert am Ende nichts mehr außer seine eigene Erschöpfung.

00:20:00: damit würde ich noch mal gerne Zum Satz vom Anfang zurückkommen.

00:20:04: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.

00:20:11: Genau!

00:20:12: Ich habe den Satz gerade umgedreht.

00:20:15: Denn dieser Satz sollte eigentlich genau andersrum heißen als du ihn gelernt hast.

00:20:21: Kontroller is'gut?

00:20:23: Vertrauen is'besser.

00:20:25: Zumindest für dich und der Nervensystem – und am Ende für die Performance von dem ganzen System.

00:20:32: Jetzt ist ja die Frage wie kann ich das praktisch anwenden?

00:20:37: Wie kann ich mit dem Wissen jetzt arbeiten?

00:20:40: Ich habe dir drei Mindmoves mitgebracht.

00:20:44: Und zwar, der erste ist Deine Einflusszonen-Kartieren.

00:20:50: Da gibt es auch eine Podcastfolge zu zum Thema Einflüssenkontrolle und da geht's darum... das hat der gerade überlegen wäre Steven Covey!

00:21:01: Der, der hat's gemacht, genau.

00:21:03: Der hat den Circle of Influence in den Circle Of Control sehr geprägt Und das ist ein... im Prinzip, es ist ein ganz einfaches Modell.

00:21:11: Nimm dir da einfach mal fünf Minuten Zeit und teile das was dir gerade Sorgen macht in drei Kreise ein.

00:21:17: Die Dinge, was du wirklich kontrollierst, was zu beeinflussen aber nicht bestimmen kannst und dass was komplett außerhalb deines Zugriffs liegt!

00:21:27: Wenn du dann mal guckst wo du dich die ganze Zeit bewegst, dann wirst du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die meiste Zeit bewegst du dich in diesem äußeren Kreis Und das entsteht genau da, wo du gar keine Kontrolle drüber hast.

00:21:42: Da investieren wir in der Regel die meiste Energie und das hat einfach kein Hebel!

00:21:49: Bei mir läuft so eine Übung gerade nochmal mit dem Finanzamt – es fühlt vielleicht der ein oder andere auch von euch, die Unternehmer oder Selbstständigen unter euch auf jeden Fall.

00:22:00: Da liegen mehrere Themen, wo ich warte, dass sie bearbeitet werden, und zwar Themen, die wirklich teilweise schon vier Jahre zurückliegen ist echt krass Und ich habe da auch schon sehr häufig angerufen.

00:22:13: Ich hatte auch noch lange die Illusion, dass sich dadurch Dinge beschleunigen kann.

00:22:21: Diese Illusion hab' ich jetzt aufgegeben!

00:22:24: Ich hab's wirklich...ich hab nachgefasst, ich hab nachgehakt und ich hab Dinge geschickt.

00:22:28: Ich hab die Fristen im Kopf mitgezählt in meinen Kalender eingetragen.

00:22:31: Verändert hat das absolut gar nichts an der Bearbeitungszeit.

00:22:36: Es hat nicht an dem ganzen Prozess verändert.

00:22:39: Verendert hat es nur meine eigenen Stresspegel Und der war auf Anschlag.

00:22:45: Ich merke auch jetzt wieder, wie mich das wahnsinnig macht wenn ich darüber nachdenke.

00:22:47: Ich merk richtig, wie mein Körper reagiert und diese Themen liegen aber am Ende für mich klar im dritten Kreis.

00:22:55: Das zu akzeptieren, dass sich halt sowieso diesen Prozess, die Bearbeitung hat am Ende – ich kann es nicht kontrollieren, ich kann's nicht beeinflussen!

00:23:07: Und das war jetzt am Ende der Teil, der mich nochmal entlastet hat.

00:23:11: Was ich dir damit auch sagen will, ich kenne mich ja wirklich gut aus mit all diesen Dingen.

00:23:16: Das schützt mich aber nicht davor dass ich nicht die gleichen Fehler mache weil unser Gehirn einfach so funktioniert wie es funktioniert.

00:23:21: und auch Ich darf mich da immer wieder dran erinnern auch Und deswegen mag ich den Podcasts auch so gerne Weil auch ich wieder auf diese Punkte komme und nochmal Situation reflektieren kann und noch mal überlegen kann Wie gehe ich damit um?

00:23:34: Und Deswegen habe ich da auch wieder gemerkt genauso war's und das hat mir geholfen Und gleichzeitig investiere ich aber keine Energie mehr da rein, wo ich halt auch nicht zurückbekomme.

00:23:47: Der zweite Mut und den finde ich gerade im Wirtschaftsumfeld, gerade im unternehmerischen Umfeld sehr relevant.

00:23:58: Prozesskontrolle statt Ergebniskontrollen.

00:24:01: Du baust echte Kontrolle nicht über das Ergebnis auf sondern über den Entscheidungsprozess davor.

00:24:10: Klare Kriterien klare Eskalationswege klare Verantwortlichkeiten, klare Rollen für Mitarbeiter oder andere Teilnehmer im System.

00:24:21: Und wenn der Prozess steht dann brauchst du das Ergebnis eigentlich nicht mehr zu überwachen!

00:24:26: Denn der Prozess trägt das und das ist die Art von Kontrolle, die dein Präfrontaler Cortex tatsächlich als Sicherheit verbut.

00:24:35: Bau dir Systeme – dies dir einfach leicht machen.

00:24:45: Kontrolle ist gut, aber Vertrauen ist besser.

00:25:16: Okay, dann schau ich mal wie das vielleicht in der nächsten Woche sein könnte oder was sich da tun kann.

00:25:21: Lass Dinge ziehen!

00:25:23: Ich habe das ganz extrem gemerkt als wir in Thailand im Schweigekloster waren.

00:25:28: Da kommst du zu einem Punkt wo du deine Gedanken ziehen lässt Wo du die loslässt Wo du wirklich die komplette Kontrolle abgibst und man kommt immer dahin In so nem Meditationsprozess Und es ist echt Wahnsinn, was für eine Erleichterung das schafft, Dinge auch einfach mal loszulassen.

00:25:50: Und dieses Loslassen, das trainiert dasselbe System, das eben der Meier in seinem Experiment beschreibt um eben diese echte Kontrolle herzustellen nur in die andere Richtung.

00:26:00: Du lernst oder du bringst deinem Gehirn viel mehr bei Dass Sicherheit auch ohne einen Eingriff entstehen kann indem du nämlich loslässt.

00:26:10: Auch das ist bei mir aktuell.

00:26:11: wieder die Übung mit dem Finanzamt Lass los!

00:26:15: Und auch jede Woche einmal bewusst benennen, was ich nicht gemacht habe.

00:26:20: Ich hab nichts noch mal nachgefasst!

00:26:22: Ich hab einfach nix gemacht.

00:26:24: Denn in die Onyx-Mana mach jetzt auch nix mehr, obwohl dieser Impuls da war weil es auch um echt viel Geld an der Stelle geht und gleichzeitig kann sowieso nichts verändern.

00:26:35: Loslassen wird häufig auch, das merke ich immer wieder gerade in so Coaching Kontexten als eine Schäche ausgelegt.

00:26:45: Loslassen ist aber meiner Meinung nach die einzige Form von Kontrolle, die das Gehirn tatsächlich entlastet neben der Prozessklarheit und neben der Processkontrolle.

00:26:58: Wenn du für dich heute Dinge mitnimmst dann hoffe ich dass es vielleicht eins der folgenden war, Kontrolle die du nicht wirklich hast fühlst du trotzdem und genau das erschöpft dich!

00:27:14: Echte Kontrolle baust du über Prozesse und über Loslassen, nicht über deine Präsenz.

00:27:22: Und loslassen ist der Hebel, der dein Nervensystem am wirkungsvollsten beruhigt und ein Stresslevel nach unten bringt – das ist nicht das Festhalten an den Dingen!

00:27:35: Schau diese Woche wenn du magst einfach mal genau hin wohin du greifst weil es dich richtig anfühlt Und checkt dann auch mal, für dich ist es aber was du tatsächlich kontrollieren oder verändern kannst.

00:27:48: Der Unterschied zwischen beiden – das ist der ganze Unterschied!

00:27:51: Das ist das, was den Unterschied macht.

00:27:53: Diese wirkliche Kontrolle und die Kontrollillusionen.

00:27:58: Vielen Dank, dass Du heute mit dabei warst.

00:28:00: Wenn Du Fragen hast, melde Dich total gerne und ansonsten hören wir uns hoffentlich in der nächsten Woche wieder.

00:28:05: Die nächste Folge von The Brain Behind.

00:28:08: Mach's gut!

00:28:15: Vielen Dank, dass du heute bei The Brain Behind dabei warst.

00:28:18: Wenn dir die Folge gefallen hat abonniere super gerne ein Podcast oder teil ihn mit jemandem der vielleicht auch davon profitieren könnte!

00:28:25: Wenn du ein bisschen tiefer einsteigen willst findest du in den Show Notes noch einen Link.

00:28:28: da findest Du weitere Informationen, Masterclasses und Dokumente für dich zum Runzerladen und selbst weiterarbeiten.

00:28:35: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

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