Episode 34: Anti-Stress

Shownotes

In dieser Episode räume ich mit dem Mythos auf, dass Stress unser Feind ist. Ich zeige dir, warum ein aktiviertes Nervensystem nicht nur normal, sondern entscheidend für Spitzenleistungen ist – und wie die richtige Regulation statt Anti-Stress-Denken dich langfristig leistungsfähig hält. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und persönlicher Erfahrungen erkläre ich, weshalb Stressvermeidung nicht funktioniert und wie du mit cleveren Tools, wie dem physiologischen Seufzer, gezielt gegen Überlastung steuerst.

Du erfährst, weshalb die Höhe der Stressspitzen nicht das Problem ist, sondern fehlende Erholung danach – und wie du bewusste Strategien für nachhaltige High Performance entwickelst. Lass dich inspirieren, Stress neu zu betrachten und für deinen Erfolg zu nutzen – statt ihn zu bekämpfen.

Harvard Business Manager

https://www.harvardbusinessmanager.de/

Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Burnout-Klassifikation

https://www.who.int/news/item/28-05-2019-burn-out-an-occupational-phenomenon-international-classification-of-diseases

Yerkes-Dodson-Gesetz

https://de.wikipedia.org/wiki/Yerkes-Dodson-Gesetz

Hans Selye – Stressforschung

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Selye

Eustress (guter Stress)

https://de.wikipedia.org/wiki/Eustress_und_Distress

Allostatic Load (Allostatische Last)

https://de.wikipedia.org/wiki/Allostatische_Last

Stanford-Studie zu Atemtechniken (2023)

https://www.cell.com/cell-reports-medicine/fulltext/S2666-3791(22)00554-7

Andrew Huberman

https://hubermanlab.com/

Transkript anzeigen

00:00:06: Willkommen bei The Brain Behind, deinem Podcast für gehörngerechte Kommunikation, mentale Klarheit und smarte Moves im echten Leben.

00:00:21: Mein Name ist Anne, Gründerin der Change- und Kommunikationsberatung ConstantChange, Creator von the Narlow Groove und host dieses Podcasts.

00:00:29: Hier bekommst du wissenschaftliche Impulse für ein leichter Umgang mit Druck und Stress und die Message, dass Du mit Deinem Herausforderungen alleine bist!

00:00:41: Vielen Dank fürs Reinhören Und viel Spaß mit dieser Episode.

00:00:52: Wenn diese Folge rauskommt, ist es zwar nicht mehr der brandaktuelle Harvard Business Manager und es ist ein Harvard Business manager aus den letzten Wochen – und zwar mit dem Titel das Anti-Stress-Häft!

00:01:07: Ich lese diesen Begriff und ich höre diesen Begriff und sehe diesem Begriff nicht zum ersten Mal ganz im Gegenteil.

00:01:13: Das sehen wir alle sehr häufig Und egal wo das ist, ob es auf Covern ist in Ratgebern, in Workshop-Titeln, in Ausbildungstitel, in LinkedIn-Bios – was auch immer.

00:01:26: Antistress-, Antistresprogramme, Antistrestcoaching

00:01:29: usw.,

00:01:30: und so fort.

00:01:31: Und jedes Mal denke ich dasselbe mit diesem Satz oder mit diesen... Das sind ja am Ende nur zwei Wörter….

00:01:39: Mit diesem Antistressed vermitteln wir einfach die falsche Botschaft!

00:01:44: Es ist nicht, weil Stress harmlos wäre ganz im Gegenteil.

00:01:47: Aber Anti-Stress ist trotzdem das falsche Ziel und es auch wenn du das leben möchtest einfach eine falsche Strategie!

00:01:57: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von The Brain Behind, deinem Podcast für Sustainable High Performance – für alle die viel Verantwortung tragen und wissen wollen was ihr Gehirn dabei wirklich braucht.

00:02:10: Und genau darum geht es heute Antistress und warum das eigentlich das falsche Ziel ist.

00:02:16: Die Folge heute ist für alle, die nachhaltig im High-Performance-Modus bleiben wollen ohne dabei auszubrennen oder sich selber auf der Strecke zu lassen – und es ist vor allem für dich wenn du viel Verantwortung trägst, wenn Leistung unter Druck zu deinem Alltag gehört und wenn du spürst weniger Stress war eigentlich nie die richtige Frage weil dein Leben ist stressig!

00:02:37: Und ich möchte heute mit dir darüber sprechen warum die richtige.

00:02:42: Wie du die Aktivierung, weil Stress ist am Ende nichts anderes als eine Aktivierungen.

00:02:47: Wie du das so nutzt dass sie über Wochen und über Jahre über Jahrzehnte trägt anstatt dich auszulaugen.

00:02:54: Und genau dafür steht für mich aus Sustainable High Performance und genau darum geht es heute.

00:02:59: Am ende dieser Folge weißt Du warum ein aktiviertes Nervensystem deine Leistung überhaupt erst möglich macht?

00:03:12: Stresssituation in unter einer Minute dagegen tun kannst.

00:03:18: Ich möchte mit dir heute auf drei Dinge schauen, erstens warum meiner Meinung nach die Antistresskultur nicht nur unwissenschaftlich ist sondern auch echten Schaden anrichten kann und warum die meisten das auch unterschätzen.

00:03:30: Zweitens ich möchte mit Dir auf die Kurve – die Stresskurve und die Geschichte dahinter schauen – die zeigt, warum ein aktiviertes Nervensystem dich tatsächlich leistungsfähiger macht.

00:03:42: Und das ist, kurz festhalten.

00:03:44: Seit Ninzehundertach schon belegt!

00:03:48: Das Narrativ dagegen ist aber wirklich in der heutigen Gesellschaft ein anderes.

00:03:52: und drittens – wir schauen auch nochmal darauf was es eigentliche Problemen ist – und zwar mit einem Tool dass dann auch in unter einer Minute funktioniert.

00:04:03: Fangen wir aber von vorne an warum diese Anti-Stress Bewegung unterschätzt wird oder warum Stress auch an sich unterschetzt wird.

00:04:12: Ich arbeite mittlerweile seit Jahren mit Menschen, und früher war ich auch selber so ein Mensch.

00:04:17: Die am Limit sind in Restrukturierungen, in Post-Merger Integration – mit Führungsteams, mit C-Levelsweaten!

00:04:25: Und die sind immer alle unter Dauerdruck.

00:04:28: Und das eben gerade heutzutage, also die Welt ist ja nicht einfacher geworden, die äußeren Faktoren, die da einwirken auf die Wirtschafts- und Arbeitswelt, es wird ja immer mehr.

00:04:42: Und trotzdem sage ich Ihnen nicht, dass Sie jetzt weniger Stress haben sollen.

00:04:45: Also das ist ja auch absurd!

00:04:47: Denn es geht ja gar nicht.

00:04:48: und wer bin ich auch so etwas sagen zu können?

00:04:51: Das klingt erst mal wie ein Widerspruch wenn da jemand kommt und sagt, ich habe so viel Stress und dann würde ich denen sagen Ja aber wir arbeiten uns nicht am Stress.

00:04:58: Es ist aber kein Widerspruch denn der Grund dafür warum die meisten das unterschätzen ist sehr simpel In zwei Neunzen hat die Weltgesundheitsorganisation Burnout offiziell in die internationale Klassifikation der Krankheiten aufgenommen.

00:05:13: Nicht als zu viel Stress, sondern als Syndrom aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde – so nochmal genau!

00:05:32: Und genau diese Unterscheidungen geht in dieser Anti-Stress-Debatte komplett verloren.

00:05:38: Das kostet Nerven und das kostet auch Messbar, Leistung und Geld!

00:05:44: Ich sehe es zum Beispiel im Führungsteam.

00:05:47: So ein bisschen Anspannung am Anfang von einer Restrukturierung oder einer Transformation.

00:05:53: Das fokussiert erstmal – da werden die Leute erst mal wach, die hören erst einmal hin und sind so okay, ich spammt hier passiert was.

00:05:59: Das ist auch schon stressig, keine Frage….

00:06:02: Und bleibt diese Anspannung, die da passiert.

00:06:05: Wenn eben was Neues kommuniziert wird, wenn eine Veränderung kommuniziert werden und es ist jetzt egal ob das im Team ist oder bei dir persönlich ist auch bei dir in deiner Familie?

00:06:13: Wenn das erstmal da ist, dann ist das erst mal gut!

00:06:16: Wir sind da, wir sind wachsam, wir aufmerksam und das bedeutet dass wir auch Aufnahme- fähig sind und dass wir leistungsfähig sind.

00:06:24: Das Problem ist dann, wenn diese Aktivierung dieser Anspanungen am Anfang über Wochen und Monate, vielleicht sogar Jahre unreguliert bleibt.

00:06:34: Dann kippt genau dasselbe Team oder auch du in eine Starre!

00:06:40: Das ist nicht weil du das irgendwie willst oder weil du schwach geworden bist?

00:06:46: Oder weil du damit nicht umgehen kannst, sondern es geht viel mehr darum, weil niemand dir gezeigt hat oder dich dabei begleitet hat oder dir niemand Mechanismen gegeben hat wie du das für dich regulieren kannst.

00:07:01: Und das merke ich an mir selbst, genau so.

00:07:03: Ich habe ein sehr vielschichtiges Leben und Antistress ist absolut nicht mehr ziel.

00:07:08: Das kann auch gar nicht sein!

00:07:09: Also Antistres wäre auch niemals mein Ziel weil ich eben weiß wie wichtig auch diese Aktivierung ist.

00:07:15: Verstress wird ja immer mit Cortisol in Verbindung gebracht und es ist auch so... ...und deswegen Cortisol ist mal dieses böseböse Hormon.

00:07:21: Nein!

00:07:22: Cortisol is ein gutes Hormone.

00:07:24: Es aktiviert uns.

00:07:26: Die Frage ist halt immer, wie gehst du damit um und was machst du auch in Situationen wo es stressig wird?

00:07:32: Also ich kann gar nicht von mir überhaupt nicht will keinen Anti-Stressleben haben.

00:07:37: Geht überhaupt nicht!

00:07:38: Ist auch gar nicht so und das geht für fast niemandem und sollte auch nicht so sein weil wenn ich Anti- Stress wäre könnte ich keine Leistung mehr erbringen Und das möchte ich ja nicht.

00:07:46: Ich möchte eine Leistung erbringen Für mich, meine Familie, meine Kundinnen, ich möchte immer on top of my game sein und dafür brauche ich dass eben auch Und diese Frage auch so, wie gehe ich mit diesem Stress um?

00:07:59: Oder was mache ich denn auch wenn ich merke okay da passiert gerade wahnsinnig viel.

00:08:04: Das geht immer auf eine bewusste Entscheidung zurück wie ich eben für mich entscheide diese Situation jetzt zu regulieren.

00:08:11: Bei mir ist es zum Beispiel das ist eine meiner Strategien welche Identität ich in welchem Augenblick lebe.

00:08:16: So was meine ich jetzt genau damit Wenn ich den Stress z.B von der Arbeit nach Hause nehme wenn da vielleicht unbeantwortete E-Mails sind oder ich noch ein Angebot vorbereiten darf oder noch eine Coaching-Dokumentation zu schreiben habe.

00:08:29: Dann ist es einfach so, wenn ich das mit nach Hause nehme dann wird's zuhause nicht entspannter sondern dann hab' ich das die ganze Zeit noch im Hinterkopf und bin den ganzen Zeit zu um mich will das noch irgendwo machen.

00:08:37: deswegen was ich mache bevor ich Zuhause zur Tür reingehe lege Ich meine Rolle als Geschäftsführerin Coach Management Beraterin was auch immer eben in diesen vergangenen Stunden war ab Und ich komme zu Tür rein und bin dann in dem Augenblick die Mama, ich bin die Partnerin oder wenn ich auch mal vor der Tür vom Fitnessstudio stehe, da bin ich halt die Sportlerin.

00:08:58: Diese bewusste Abgrenzung hilft mir mich zu regulieren.

00:09:04: Das mag sich total simpel anhören und um ehrlich zu sein ist es das auch Denn das macht was für mein Gehirn.

00:09:09: Es gibt ja noch andere Techniken, die ich für mich gefunden habe Zu einer kommen wir später noch, die Ich dir gerne mitgeben würde.

00:09:15: Aber für mich ist dieses Konkrete benennen meiner Rollen Und das Konkrete auch, was mache ich jetzt damit?

00:09:21: Ein Regulationsmechanismus der sehr gut funktioniert.

00:09:24: Mein Leben wird dadurch nicht weniger stressig aber der Umgang mit diesem Stress fühlt sich für mich leichter an.

00:09:32: Ich bin präsenter und kann mehr da sein und ich kann eben mit dem Stress leichter umgehen.

00:09:38: Deswegen bleibe ich dabei.

00:09:40: Antistress ist einfach das falsche Ziel Nicht weil der Stress harmlos wäre sondern weil diese Ausrichtung kein Stress mehr haben zu wollen, einfach die falsche ist.

00:09:52: Das ist die Beobachtung und auch der Preis, den so eine falsche Ausrichtung haben kann – jetzt kommt mal die Wissenschaft dahinter!

00:10:02: Fangen wir mit einem Experiment an das schon über hundert Jahre alt ist.

00:10:07: Ich habe eben Jahreszimmer genannt, Ninzehnhundert acht.

00:10:10: Das war Robert Yerks oder John Dodson.

00:10:14: Mäuse lernen zwischen einer weißen und schwarzen Box unterscheiden.

00:10:18: Bei der falschen Wahl bekommen Sie einen leichten Stromstoß.

00:10:22: Wenn die Reize schwach waren, also dieser Stromstoße haben sie langsamer gelernt.

00:10:26: Beim mittleren Reizen wurden sie deutlich schneller im Lernen – sehr starke Reize!

00:10:32: Das Lernen wurde wieder langsame.

00:10:35: Also eine umgekehrte U-Kurve und die verschiebt sich je nach Aufgabenschwierigkeit.

00:10:41: Je komplexer deine Entscheidung ist dass zu weniger zusätzliche Aktivierung verträgt ein System, bevor die Leistung kippt stattzusteigen.

00:10:53: Warum reagieren wir überhaupt so?

00:10:55: Und dafür lohnt sich jetzt weder ein Blick in die neunzehnhundertdreißiger Jahre.

00:10:59: also wie gesagt wir haben dieses Wissen echt schon wahnsinnig lange.

00:11:02: und da schauen wir mal an die McGill University in Montreal.

00:11:06: Da hat ein junger Endocrinologe mit dem Namen Hans Selje ratten verschiedene Extrakte injiziert.

00:11:14: Eigentlich hat er da geguckt oder wollte er gucken, wie die hormonelle Wirkung davon ist.

00:11:19: Und der hat was entdeckt, womit er nicht erwartet oder was er nicht gewartet hat und zwar unterschiedliche Reize lösen bei Tieren immer wieder dasselbe biologische Muster aus – und zwar in drei Phasen erste Alarmreaktion zweite Widerstandsphase und bei zu langer Belastung die Erschöpfung.

00:11:42: Selje selbst hat nie gesagt, dass die Reaktion an sich das Problem ist.

00:11:46: Also Alarm und Widerstand – es ist halt normal, das passiert immer!

00:11:49: Aber Mitte der neunzehntenhundertsiebte Jahre hatte er nämlich einen Begriff geprägt, den kaum jemand kennt.

00:11:55: Das ist ja «eudres».

00:11:58: Und ich habe das jetzt auch im Zuge der Recherchen zum ersten Mal gehört und fand's total spannend….

00:12:03: «oi» kommt vom griechischen EU oder «oi gut», also wörtlich «guter Stress».

00:12:10: Ein leicht aktiviertes Nervensystem, so ein bisschen Cortisol und ein bisschen Adrenalin schärft den Fokus des beschleunigt Entscheidungen des mobilisierten Energie.

00:12:20: Und das ist derselbe Mechanismus der Höchstleistungen auch überhaupt erst möglich macht – dabei ist es egal ob das im Sport oder im Vorstellungsgespräch in der Verhandlung auf der Bühne bei Präsentationen.

00:12:34: Genau hier zeigt sich warum Anti-Stress das falsche Ziel Weil wer Stress konsequent bekämpft, kappt auch die Aktivierung, die eine Leistung überhaupt erst möglich macht.

00:12:48: Die Kurve funktioniert in beide Richtungen – zu wenig Aktivierungen bremst genauso aus wie zu viel Aktivieren!

00:13:00: Ich hatte einen Klienten im Coaching.

00:13:02: der hat nach vielen sehr anstrengenden Jahren sich ne Auszeit genommen und er ist dann von hundert auf null gegangen also wirklich komplett alles gekappt Und auf einmal war da gar nichts mehr.

00:13:13: Meine Kinder waren ja schon aus dem Haus, der Job war eben dann nicht mehr da, war noch keine Hobbys da, wenig Freunde und nach drei Monaten hat er sich unzufriedener erzählt zuvor gefühlt.

00:13:24: Der war träge, der war ideenlos, der wär unmotiviert... ...und er hatte eben diese Aktivierung komplett gekappt!

00:13:32: Er hat mich reguliert, das war so klassisch so Null-Eins.

00:13:35: Null Eins funktioniert nicht auf die Dauer.

00:13:39: ins andere Ende gerasselt.

00:13:41: Und das ist echt faszinierend, es kann eben genauso passieren und wir haben dann eben gemeinsam.

00:13:46: also da kam zu mir ins Coaching, da war er gerade in dieser Phase drinnen so in dieser unmotivierten Trägen.

00:13:52: ich habe mit einem Schluss gemacht was jetzt losfase?

00:13:55: Wir haben dann gemeinsam an dem Zielbild gearbeitet und Stück für Stück wieder Dinge identifiziert die das richtige Maß einen Stress auch geben oder eine Aktivierung könnte man eher sagen.

00:14:04: Und wenn das eben auch zu viel wurde, haben wir dann Überregulationsmechanismen gesprochen und die dann auch entwickelt.

00:14:10: Das nennt man auch so Zustandsmanagement – und Zustands-Management kann mit eben auch in beide Richtungen gehen.

00:14:15: Wir sprechen ja ganz häufig darüber, wenn wir halt zu überaktiviert sind ….

00:14:19: und Zustand-Management ist aber genauso wichtig ... Wenn wir halt Zu wenig aktiviert sind, dass wir da unseren Zustand managen.

00:14:28: Ich merke das selbst genauso!

00:14:29: Die Botschaft gebe ich immer wieder gerne meinen Klienten mit.

00:14:33: zum Beispiel Manche kommen auch in Coaching und sagen, oh Gott, ich bin immer so aufgeregt vor Präsentationen.

00:14:39: Und dann sage ich erst mal super!

00:14:41: Es ist fantastisch, das heißt du bist aktiviert, da passiert was.

00:14:45: Frage es halt nur?

00:14:46: Wenn man zu aufgereght wird also zu überaktiviert, dann hilft es einem nicht mehr sondern dann ist es eher hinderlich.

00:14:52: Ich hatte das auch meine Zeit.

00:14:53: Da habe ich vor Präsentationen immer eine Schnippatmung bekommen.

00:14:57: Und hab die ersten Wörter total verschluckt und das war nicht besonders hilfreich vor allem im Vorträgen.

00:15:02: War das gar nicht

00:15:03: hilfreich?!

00:15:04: Und auch da geht es dann eben darum, gar nicht diesen Stress zu reduzieren von dieser Vortragssituation.

00:15:10: Das geht im Zweifel auch gar nicht!

00:15:12: Die Frage ist aber dann wie gehst du damit um?

00:15:14: Wenn du merkst okay Du bist überaktiviert Da ist gerade zu viel.

00:15:18: Was kann ich denn dagegen tun?

00:15:20: Und da gibt's auch einen Tunen.

00:15:21: das geb' ich euch später noch mal mit.

00:15:23: Das hat mir da eben wahnsinnig geholfen So... Das war jetzt erstmal die Wissenschaft.

00:15:27: und jetzt nochmal zu dem Punkt was das für dich im Alltag eigentlich bedeutet.

00:15:32: Ich habe jetzt schon mehrfach erwähnt, dass das eigentliche Problem also nicht die Stressspitze an sich ist – es ist nicht die Stressspitzen selbst.

00:15:40: Das Problem ist wenn auf diese Spitze keine Regulation folgt.

00:15:44: und dafür gibt's auch einen Begriff der ist deutlich jünger als was der Sales dann in den neunzigundertreißiger Jahren geprägt hat.

00:15:51: Das nennt man Allostatic Load und das hat der Neurowissenschaftler Bruce McEwen in den Neunzigerjahren geprägt.

00:15:59: Im Kern ist es eine moderne Erweiteentwicklung.

00:16:01: Genau diese drei Phasen, die Sälie an seinen Ratten schon damals in den Dreißigerjahren beobachtet hat wird die Anpassung nie zurückgefahren, akkumuliert sich der biologische Preis über Wochen und Monate und das dann eben auch messbar unter anderem in den Hirnregionen, die für unsere Entscheidungsfähigkeit und auch unser Gedächtnis und auch die emotionale Regulation eben wahrsinnlich wichtig sind.

00:16:23: Und das ist der präfrontale Cortex, dass ist der Hippocampus Und auch hier wieder finde ich die Höhe der Spitze entscheidet, ob daraus Erschöpfung wird.

00:16:34: Sondern die Frage, ob danach und auch wann reguliert wird?

00:16:39: Ich habe noch ein schönes Beispiel aus der Praxis.

00:16:43: Ich hab mal einen Unternehmen begleitet, das hat – bevor ich da dieses Unternehmen auch dann begleiten durfte – so'n Stresspräventionsprogramm gestartet.

00:16:53: Da gab es dann hoher Raum und Yoga und der klassische Obstkorb und Joghurt Meditations-Apps und so wurden zur Verfügung gestellt.

00:17:02: Nur, das hat halt überhaupt nicht geholfen!

00:17:05: Weil darum ging es am Ende gar nicht.

00:17:08: Geholfen hat den was anderes – und zwar was war deren Problem?

00:17:12: Da wurden Entscheidungen immer wieder revidiert.

00:17:14: Wenn etwas gesagt wurde, wurde es nicht eingehalten.

00:17:17: So all diese Dinge also da war wenig Verbindlichkeit aber wenig Vertrauen eben.

00:17:21: Und was dann den geholpen hat waren klares Ritual Und zwar haben wir darüber gesprochen, was halt jeder einzelne eben einfach braucht um auch, sag ich mal abschalten zu können nach so eine Meeting.

00:17:31: Also da ging es konkret um die Management Meet-Management Meetings und das war dann eben dieses Ritual Entscheidungen bewusst abzuschließen und wirklich darzulassen anstatt sie tagelang im Kopf weiterzuverhandeln oder zu überlegen.

00:17:44: okay muss sich jetzt doch noch einmal zurück oder wird es doch wieder rückgängig gemacht?

00:17:47: Oder ist die Arbeit, die ich mache eben doch wieder geht es wieder, wird es dort wieder revidiert.

00:17:54: Wir haben das etabliert und konsequent durchgezogen.

00:17:56: Und die haben das auch schön dokumentiert, so dass wir wirklich durften sie sehr genau, sehr akribisch machen.

00:18:04: Und ein paar Wochen nach dieser Intervention kann man schon nennen, die wir da eingeführt haben, wurde es besser im Team!

00:18:14: Das lag nicht daran, dass sie mehr Yoga gemacht haben oder mehr meditiert haben oder sowas... Sondern es lag einfach daran, dass sie schon am Ende von diesem Termin, vom Meeting, das die meisten halt so komplett in den roten Zustand gebracht hat.

00:18:29: Dass Sie am Ende schon was dafür getan haben um das tatsächlich gemeinsam zu regulieren und das meine ich auch damit ist gar nicht nur eine individuelle Arbeit die du da leisten kannst sondern das kannst Du halt auch wirklich gemeinsam im Team machen.

00:18:44: Und bei mir selber merke ich das auch und zwar in verschiedensten Situationen wenn ich beispielsweise in einem Workshop sitze oder im Meeting Auch mit mehreren Personen Und in der Regel, ich glaube das weißt du auch.

00:18:55: Kein Workshop, kein Meeting verläuft ja immer so wie man es plant und selbst wenn das Ziel vielleicht irgendwie gefühlt noch nicht so erreicht ist oder wenn das was wir vereinbart hatten noch nicht ganz geschafft wurde, habe ich, wenn ich das einfach hätte laufen lassen beendet hätte oder auch einem Coaching übrigens beispielsweise, ne?

00:19:12: Wenn das Coaching auch ganz anders verläuft als gedacht dann gibt es für mich auch mal eine Frage Die hilft es so, die losen Fäden für mich immer noch mal ein bisschen aufzuräumen am Ende.

00:19:24: Und das ist nochmal zu fragen jeden einzelnen Teilnehmenden oder eben auch den Coachee so hey was war für dich jetzt in den letzten acht Stunden?

00:19:31: Oder den letzten neunzig Minuten oder was auch immer... Was war für Dich das Wichtigste?

00:19:36: und dann weiß ich nämlich auch ganz genau je nachdem was gesagt wird wo man nochmal ansetzen darf und man nochmal weiterarbeiten darf und das beendet dann Diese, ja auch diese, dieser Aktivierung erst mal zu sagen okay und der oder die Person hat eben was Wichtiges daraus mitgenommen.

00:19:52: Okay wunderbar!

00:19:52: Wenn ich das nicht mache bleibt mir dazu viele Enden offen und ich bleib weiter aktiviert und überlegt die ganze Zeit ok?

00:19:59: Was hätte, hätte, hätte und das bringt mir an der Stelle aber einfach nichts mehr sondern die Zeit ist um es ist vorbei Und die Frage ist eben da auch wieder wie gehe ich damit um?

00:20:11: Es gab bei mir eine Zeit Und die gibt's auch immer wieder.

00:20:16: Es gab eine Zeit, es war im letzten Jahr, da hab ich besonders viel Stress gefühlt und da habe ich das auch sehr selten geschafft mich so mit kognitiven Ankern zu regulieren.

00:20:31: und da hat mir ein Sache wahnsinnig geholfen, die ich wirklich jedem uneingeschränkt empfehlen kann.

00:20:39: Ein ganz konkretes Tool, etwas das in weniger als einer Minute funktioniert und es setzt direkt an deinem Nervensystem an, nicht an dein Kalender.

00:20:48: Du brauchst dafür also wirklich wenig

00:20:50: Zeit.".

00:20:51: Und zwar ist das auch noch ... Das relativ war sehr junge Forschung könnte man sagen.

00:20:57: Es war eine Stanford-Studie aus zwanzig, dreinzwanzig.

00:21:00: An über hundert Personen hat verschiedene Atemtechniken direkt gegeneinander getestet.

00:21:06: Ich war lange Zeit lang, wie gedacht.

00:21:08: so ja, atemtechnik ist schön und gut aber okay weil es nicht, sag ich mal, mein präferiertes Tool für Regulation.

00:21:15: Die haben das aber mal getestet fünf Minuten täglich einen Monat lang und eine Technik hat alle anderen Techniken geschlagen auch klassische Achtsamkeitsmeditation.

00:21:27: also diese Eine-Technik hat wirklich alles geschlagen.

00:21:30: Und das ist der sogenannte physiologische Seufzer Der geht folgendermaßen sind drei einfache Schritte.

00:21:36: Also erstens du atmen es tief ein in den Bauch und dann nochmal durch die Nase hinterher.

00:21:44: Das sieht ein bisschen komisch aus und du kannst es auch mal googeln, sondern du atmest eben tief ein und dann nochmal so nachatmen und dann zweitens eine lange langsame Ausatmung durch den Mund und drittens... Und das genau in dem Moment dann einsetzen wenn du merkst Puh!

00:22:01: Ich bin auf der absteigenden Seite der Kurve.

00:22:05: Ich merke gerade dass der Stress gar nicht mehr und das kann zum Beispiel auch von einem schwierigen Meeting sein oder Gespräch, von einer Entscheidung unter Zeitdruck.

00:22:15: Oder auch direkt nach dem Konflikt um wieder runterzukommen – es hilft!

00:22:18: Nachweislich ist erforscht.

00:22:21: Diese verlängerte Ausatmung, die aktiviert nämlich direkt den Teil des Nervensystems der für Beruhigung zuständig ist.

00:22:27: Und das ist Regulation in unter einer Minute.

00:22:30: Das ist Hardcore-Wissenschaften und da gibt's echt tolle Datenszonen.

00:22:33: Ich habe das wie gesagt selber ausprobiert.

00:22:35: Ich hab auch meinen Puls gemessen, wenn ich das gemacht habe, weil die Studie sagt eben auch, dass man so signifikant ist, dass es wirklich messbar ist.

00:22:44: und ich dachte mir so ja gut dann kann ich das ja auch messen indem ich...wenn ich das mache also man soll das zwei maximal dreimal eigentlich hintereinander machen weil dann die Wirkung schon da ist.

00:22:53: Und ich hab's gemacht und das stimmt wirklich!

00:22:55: Mein Puls, wenn er vorher bei hundert war, ist auf ungefähr achtzig runter gegangen und das ist echt faszinierend.

00:23:01: Und manchmal, und das ist eben auch wieder der Punkt.

00:23:03: Wir dürfen halt auch unserem Körper die Signale senden dass es okay ist wenn unser Hirn des unserer Preventeller Cortex halt einfach nicht hinbekommt.

00:23:11: Dafür ist so ein Tool wo du aktiv mit deiner Atmung mit deinem Körper arbeitest wahnsinnig hilfreich!

00:23:23: Wenn Du aus dieser Folge drei Dinge mit nimmst dann bitte diese erstens Ein aktiviertes Nervensystem ist keine Bedrohung für deine Leistungen, sondern es ist die Voraussetzung dafür.

00:23:37: Natürlich nur bis zu einem Punkt!

00:23:40: Nämlich wenn dieser Punkt überschritten wird dann geht natürlich auch die Leistung nach unten.

00:23:47: Weitens Anti-Stress ist das falsche Ziel weil es genau die Aktivierung bekämpft die deine Leistung überhaupt erst möglich macht.

00:23:54: also du darfst Stress fühlen Und das eigentliche Ziel heißt Regulation und Nicht-Elimination.

00:24:02: Drittens, der biologische Preis entsteht nicht durch Stressspitzen – du darfst Stressspitsen haben!

00:24:09: Sondern er entsteht wenn danach nicht reguliert wird.

00:24:14: Dafür reicht eben dann auch manchmal schon eine ganz bewusste gesetzte Ausatmung.

00:24:21: Denk an den physiologischen Seufzer Nicht weniger Aktivierung macht dich stark, sondern ein bewusster Umgang mit ihr.

00:24:31: Und dazu auch nochmal einen kurzer Shout-out an die Forschung von Robert Yerks und John Dodson und von hat Selyo und Bruce McEwen und dann eben das ganze Team um Mellis Yilmaz, Byburn David Spiegel und Andrew Huberman.

00:24:44: Ihr trag diese Folge im Wesentlichen!

00:24:47: Mir ist es an der Stelle noch mal ganz wichtig zu erwähnen weil wir Wort Stress einfach sehr inflationär umgehen und vor allem auch mit dem Anti-Stress.

00:24:56: Und weil wir auch immer Cortisol damit in Verbindung bringen, immer sagen Cortisol ist dieses böse Hormon, nein es ist nicht!

00:25:03: Mit dieser Folge möchte ich einfach mit diesen Mythen da drüber ein bisschen aufräumen und ein bisschen mehr Verständnis dafür schaffen dass diese Stressspitzen für uns auch einfach wahnsinnig gut sind und uns auch dahin bringen wo viele von uns hin wollen in einen High Performance Modus und wir einfach schauen dürfen das wir aber Nicht so lange da drin bleiben, sondern uns selbst gut regulieren können.

00:25:25: Danke, dass du heute mit dabei warst!

00:25:27: Bis zum nächsten Folge von The Brain Behind.

00:25:30: Mach's Gut!

00:25:36: Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniere super gerne einen Podcast oder teil ihn mit jemandem der vielleicht auch davon profitieren könnte.

00:25:43: Wenn du ein bisschen tiefer einsteigen willst findest du in den Show Notes noch einen Link.

00:25:46: da findest Du weitere Informationen, Masterclasses und Dokumente für dich zum Runzerladen und selbst weiterarbeiten!

00:25:53: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

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