Episode 35: Sustainable High Performance
Shownotes
Buche hier dein kostenloses Gespräch: https://calendly.com/hello-constantchange/sustainanble-high-performance-call-mit-anne
Folge mir auf Instagram: https://www.instagram.com/the_anne_sander/ Verbinde dich mit mir auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/anne-sander-180a9635/?isSelfProfile=true
Wir leisten viel, sind ständig erreichbar und halten uns trotzdem oft für leistungsfähig – selbst wenn unsere Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit längst nachlassen. In dieser Folge spreche ich darüber, was Dauerdruck mit dem Gehirn macht, warum wir unter Stress in alte Gewohnheiten zurückfallen und wie sich unser Zustand auf Teams und Gespräche überträgt.
Leistung ist kein Charakterzug, sondern ein Zustand: Grün heißt nicht entspannt, sondern steuerbar. Ich zeige dir, wie du vor deinem nächsten wichtigen Termin kurz innehältst, deinen Zustand benennst und mit einer Frage ins Gespräch gehst – für mehr Klarheit und bessere Zusammenarbeit.
Hans van Dongen et al. – Schlafrestriktionsstudie
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12683469/
Amy F. T. Arnsten – Stress und präfrontaler Kortex
https://doi.org/10.1038/nrn2648
Lars Schwabe und Oliver T. Wolf – Stress und Gewohnheitshandeln
https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.0979-09.2009
Yerkes-Dodson-Gesetz
https://doi.org/10.1001/archneurpsyc.1908.02280010011001
Veronika Engert et al. – soziale Übertragung von Stress
https://doi.org/10.1098/rsos.140018
Matthew D. Lieberman et al. – Affect Labeling
https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2007.01916.x
Culture Amp
Transkript anzeigen
00:00:06: The Brain Behind.
00:00:08: Dein Podcast für Sustainable High Performance.
00:00:13: Ich bin Anisanda, ich verbinde neurowissenschaft, Psychologie und das was ich täglich mit Menschen in Verantwortung erlebe.
00:00:20: Für dich wenn du viel Verantwortung trägst und nicht nur kurzfristig funktionieren sondern dauerhaft leistungsfähig bleiben willst.
00:00:28: Capacity, Clarity, Alignment Was dein Gehirn wirklich braucht um auch unter Druck klar zu steuern Für mehr menschliche Nachhaltigkeit und bessere Ergebnisse.
00:00:40: Schön, dass du dabei bist!
00:00:41: Viel Spaß bei dieser Episode!
00:00:59: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von The Brain Behind, deinem Podcast für nachhaltige Leistungsfähigkeit.
00:01:25: Für alle die viel Verantwortung tragen und wissen wollen was ihr Gehirn dabei wirklich braucht!
00:01:30: Und genau darum geht es auch heute – Nachhaltige-Leistungsfähigkeit.
00:01:36: Und warum die besten oft gar nicht mehr arbeiten als alle anderen sondern anders arbeiten und vor allem eine Fähigkeit sehr gut beherrschen?
00:01:46: Die Folge ist für dich, wenn du in einem Umfeld arbeitest und dem Druck zum Normalzustand gehört.
00:01:51: Und es ist ja mittlerweile eigentlich fast überall so!
00:01:54: Vor allem aber eben auch als Beraterin oder Berater oder auch als Führungskraft – und als jemand bei dem am Ende die Dinge einfach landen.
00:02:02: Wenn du manchmal merkst, dass du viel tust und trotzdem nicht mehr klar denkst….
00:02:07: …und ich möchte heute mit dir darüber sprechen warum Leistungen unter Dauerdruck genau an der Stelle einbricht, an der du sie doch eigentlich am dringendsten brauchst.
00:02:17: Uns!
00:02:17: Und es ist super spannend warum sich dieser Einbruch von innen oft gar nicht wie ein Einbruchs anfühlt.
00:02:24: Wenn Du am Dienstag bei meiner Assistentiable High Performance Session dabei warst – die Folge ist eine Vertiefung zum Nachhören mit ein paar Studien mehr und auch noch etwas mehr Raum für die Fragen – was das konkret für Dich heißt?
00:02:36: Wenn Du nicht dabei war, brauchst Du nichts davon zu kennen.
00:02:39: Wir fangen gemeinsam auch noch mal von vorne an.
00:02:42: Am Ende dieser Folge weißt du, woran du erkennst in welchem Zustand du gerade arbeitest und du weißt warum sich dieser Zustand auf andere Menschen überträgt.
00:02:52: Außerdem bekommst du einen einfachen Schritt mit dem du vor deinem nächsten wichtigen Termin deinen Zustand beeinflussen kannst.
00:03:01: Wir schauen heute auf drei Dinge erstens – warum der Druck am Ende immer beim einzelnen Menschen landet.
00:03:08: Zweitens, was dabei in deinem Gehirn passiert.
00:03:12: Und drittens warum dein Zustand nie nur dein eigener ist und was das ganz konkret für dich bedeutet!
00:03:23: Ich arbeite mittlerweile seit über fünfzehn Jahren mit Menschen zusammen – Mit Beratungen, mit Management-Teams, mit Unternehmen, mit Kunden und vor allem auch mit Systemen die gerade umgebaut werden, restrukturiert werden im Umbruch sind.
00:03:37: Ich war selbst lange Strategieberaterin und in über tausend Coaching-Stunden.
00:03:42: mittlerweile sehe ich immer wieder dieselben Muster, und zwar auf drei Ebenen.
00:03:47: Die erste Ebene ist das Unternehmen – Märkte verändern sich, Technologie KI verändert sich der Kostendruck steigt, Restrukturierung war früher ein Projekt mit Anfang und Ende und heute ist es der Normalzustand so man schlittert von einer in die nächsten.
00:04:01: Die zweite Ebene isstes Team denn jemand muss ja die Veränderung umsetzen!
00:04:07: oder die Restrukturierung, und zwar das alles bitte neben dem Tagesgeschäft mit denselben Leuten oder wahrscheinlich sogar mit weniger Leuten.
00:04:16: Und die dritte Ebene ist der einzelne Mensch.
00:04:18: Am Ende landet der Druck immer bei jemandem – bei dir, bei mir, bei den Projektleitern, beim Bereichsleiter oder Leiterin – und mit dem Umgang damit bleiben sie meistens auch alleine!
00:04:33: Der Druck wandert von oben nach unten... Und genau dort beim einzelnen Menschen entscheidet sich am Ende, wie leistungsfähig eine Organisation wirklich ist.
00:04:47: Jetzt könnte man natürlich sagen ja gut Druck gehört halt dazu, wenn in diesem Umfeld auch arbeitet weiß das und es stimmt ja auch ein Stück weit und das Problem liegt halt woanders.
00:04:56: Wir unterschätzen den Preis von Dauerdruck systematisch und zwar weil wir ihn selbst kaum spüren.
00:05:03: Dazu gibt's ne Studie die ich für sehr sehr ausschlussreich halte Und zwar Hans van Dongen und sein Team an der University of Pennsylvania haben im Schlaflabor über zwei Wochen begleitet.
00:05:16: So, eine Gruppe durfte jede Nacht sechs Stunden schlafen – sechs Stunden, das kennen viele von uns auch – täglich aber auch aus intensiven Projektphasen oft dann eben auch noch weniger….
00:05:26: …und nach vierzehn Tagen waren die Einbußen bei Aufmerksamkeit- und Arbeitsgedächtnis so groß wie beim Menschen, die bis zu zweinächte gar nicht geschlafen hatten!
00:05:38: Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich beschäftigt hinsichtlich eben Leistungsfähigkeit.
00:05:45: Die Teilnehmenden haben das kaum gemerkt!
00:05:47: Ihre eigene Einschätzung wie müde sie sind hat sich nach den ersten Tagen eingependelt – die gemessene Leistung allerdings ist weiter gefallen und ich finde, dass es eine sehr genaue Beschreibung von dem was Dauerdruck mit uns macht.
00:06:02: Wir tun sehr viel wir sind beschäftigt wir sind schnell wir sind ständig erreichbar Und von innen fühlt sich das wie eine Hochleistung an.
00:06:10: Wir sind immer irgendwie dabei!
00:06:12: Gemessen ist es aber eben oft gar nicht mehr so, also unsere Leistung lässt nach und es zeigt sich nicht nur im Labor sondern der Software Anbieter Culture Amt, der twenty-fünfundzwanzig die Leistungsbewertungen von über einer halben Million Beschäftigten aus rund tausend fünfhundert Unternehmen ausgewertet und daraus finde ich auch ein Ergebnis besonders bemerkenswert.
00:06:34: Ausgerechnet die Menschen mit der höchsten Bewertzung, also die, die die beste Performance abgegeben haben, gaben seltener an nach der Arbeit wirklich abschalten zu können.
00:06:45: Und das war eben im Vergleich zu der Gruppe, die eine geringere Performance gezeigt haben wie sie – also fifty-fünfzig Prozent gegenüber dreiundsechzig Prozent.
00:06:54: Das sind Umfragedaten eines Anbieters keine kontrollierte Studie aber sie passen zu dieser Schlafstudie.
00:07:00: gut Wer am meisten leistet, zahlt den Preis oft zuerst und merkt es zuletzt.
00:07:13: Wertschöpfung fängt bei Menschen an.
00:07:16: Was kostet es also wenn genau dieser Mann stauerhaft unter zu viel Druck steht?
00:07:21: Ich mache dafür gerne ganz einfache Rechnungen – ich sage leicht dazu das ist eine Beispielrechnung mit Annahmen und das ist keine Studie.
00:07:27: aber!
00:07:27: Nimm dir mal ein Beratungsteam von vier Leuten und intern kosten von rund µg pro Kopf und pro Tag.
00:07:34: Wenn dieses Team Ein einziger Tag länger braucht, weil eine Entscheidung hängt oder bei was nachgearbeitet werden muss kostet das die Beratung rund sechstausend Euro beim gleichen Honorar.
00:07:45: Was man vom Kunden eben bekommt und ich behaupte nicht dass jetzt jeder Verzug am Zustand der Beteiligten liegt aber ein Team das dauerhaft unter zu viel Druck steht entscheidet langsamer arbeitet mehr nach und es skaliert auch schneller Und dann werden wieder mehr Ressourcen involviert und gebündelt was dann zu noch höheren Kosten wird machen einen spürbaren Unterschied.
00:08:08: Und deshalb ist die These auch für diese Folge, Die besten Beraterinnen und Führungskräfte arbeiten nicht mehr als andere sondern sie steuern ihre Leistungsfähigkeit besser!
00:08:24: Ihr erinnert euch noch an den Projektleiter vom Anfang der mir von seiner Woche erzählt hat mit den unzähligen Terminen Nachtschichten über setzten Stunden und ich ihm gefragt hatte welche Entscheidung wirklich gut funktioniert hat und er einfach keine gefunden.
00:08:40: Ich merke das an mir selber genauso.
00:08:44: Wenn ich – es gab mal auch eine Phase, da war ich viel am überlegen, viel am rotieren.
00:08:49: Ich war nicht wirklich präsent, ich war mit sehr vielen Dingen im Außen beschäftigt und habe Dinge kreiert gemacht getan und ich bin keinen Schritt vorwärtsgekommen.
00:09:00: Ich bin erst vorwährts gekommen als ich eine Pause eingelegt hab, als ich bewusst aufgehört Und das war, es war vor ein paar Jahren als ich die Firma hier auch angefangen habe aufzubauen.
00:09:12: Das sind immer wieder diese Erkenntnisse.
00:09:14: wenn wir nicht weiterkommen dürfen wir eine Pause machen um wieder ne bessere Leistungsfähigkeit zu steigern.
00:09:21: Das ist die Beobachtung und eben auch den Preis sie mir dafür zahlen.
00:09:26: und jetzt schauen wir mal darauf was dabei in deinem Gehirn eigentlich so passiert.
00:09:33: unter Dauerdruck verliert genau der Teil deines Gehirns an Leistungen den du für deine Arbeit am dringendsten brauchst.
00:09:41: Und jetzt kommt es, für den du auch noch bezahlt wirst!
00:09:45: Dieser Teil ist der Präfernteilekortex – also hier der fordere Bereich deines Stirnhirns.
00:09:50: Der ist nämlich für alles zuständig was wir in anspruchsvollen Rollen ständig tun.
00:09:54: Priorisieren, abwägen, Impulse zurückhalten und klare Argumentationen aufbauen.
00:10:01: Und auch im Meetingsruhich bleiben, im Lenkungsausschuss bei Management-Präsentationen wo auch immer.
00:10:06: Und wenn jemand deine Zahlen anzweifelt, auch dann, dann sorgt der da oben dafür, dass du ruhig bleibst.
00:10:11: Die Neurowissenschaftlerin Amy Arnston von der Yale University hat zwei neuen Nature-Review-Neuroscience zusammengefasst was die Forschung eigentlich dazu zeigt.
00:10:21: Ganz vereinfacht gesagt unter Stress schüttet das Gehirn vermehrt Botenstoffe wie Neuadrenalin-Dopamin aus – das kennst Du mittlerweile, wenn Du diesen Podcast schon ein bisschen folgst.
00:10:30: und in moderater Menge helfen diese Botenstoffe deinem Stirnhirn davorhin!
00:10:35: In hoher Menge schwächen sie es.
00:10:38: Und gleichzeitig gewinnen dann ältere, schnellere Hirnregionen an Einfluss Regionen die für schnelle Reaktion und eingeübter Muster gebaut sind.
00:10:46: Das heißt wenn der Druck zu groß wird verliert ausgerechnet der Teil zur ersten Ansteuerung Der am meisten für dich leistet und das ist er davon.
00:10:57: Lass Schwabe und Oliver Woll von der Ruhr-Universität in Boerung haben im selben Jahr im Journal of Neuroscience gezeigt was das im Verhalten von uns Menschen bedeutet.
00:11:08: Menschen unter Stress wechseln vom zielgerichteten Handeln ins Gewohnheitshandel zurück,
00:11:14: d.h.,
00:11:15: sie tun das, was Sie immer schon getan haben.
00:11:17: Das ist auch dieses klassische ... Oh, das haben wir doch schon immer so gemacht und so machen wir einfach weiter!
00:11:22: Auch dann, wenn es in der Situation gar nicht mehr passt, gibt uns Sicherheit.
00:11:26: Und wenn du mal an deinem Alltag denkst, dass es genau der Moment Indem du im Gespräch dasselbe Argument zum Beispiel nochmal bringst.
00:11:35: Nur noch lauter oder mit einer anderen Artikulation.
00:11:40: Ich nutze dafür im Coaching ein einfaches Bild, oder eben auch in meiner Beratung und da wo ich arbeite.
00:11:45: Und ich sage dazu immer der rote und grüne Zustand.
00:11:49: Das ist meine Vereinfachung.
00:11:50: das ist kein Fachbegriff aus der Forschung Sondern rot ist der Zustand der Gefahr, der Kampfmodus Tonneblick schnelles Urteilen Blick nach außen.
00:11:58: Kunde ist schuld Team zieht nicht mit Die anderen liefern nicht und du argumentierst einfach viel mehr, als du zuhörst.
00:12:05: Dein Körper steht unter Spannung, Nacken, Kiefer, Schlaf.
00:12:09: Du merkst es vielleicht auch an einer erhöhten Herzfrequenz, leichtes Schwitzen – das ist eben dieser rote Zustand!
00:12:15: Und grün ist der Zustand der Sicherheit.
00:12:18: Du hast den Überblick klare Prioritäten, du siehst deinen eigenen Handlungsspielraum, kannst Fragen zuhören und führen.
00:12:25: Jetzt kommt das Wichtigste in diesem Bild Viele hören grün und denken an Entspannung, Urlaub runterfahren, Meditation chillen usw.
00:12:34: Und das meine ich nicht!
00:12:35: Denn für eine Höchstleistung brauchst du Aktivierung – und das kennst Du aus dem Sport.
00:12:40: ohne Spannung keine Leistungen?
00:12:42: Mit etwas Druck werden wir fokussierter und schneller.
00:12:46: Das ist der Grüne Bereich und es gilt auch für unser Denken.
00:12:50: Ab einem bestimmten Punkt kippt es.
00:12:52: Druck steigt weiter, Leistung fällt.
00:12:59: Dieses Bild einer umgekehrten U-Kurve geht übrigens auf Robert Yerkes und John Dodson zurück.
00:13:04: Für Menschen ist es kein exaktes Gesetz, die haben das früher mal an Mäusen beobachtet – muss man ganz klar dazu sagen!
00:13:10: Und es ist ein Denkmodell aber eines, dass tatsächlich ziemlich gut zudem passt was Emmy Einzen eben auf der Ebene der Botenstoffe auch beschreibt.
00:13:18: also deswegen ist Anti Stress auch keine Lösung und darüber habe ich in der letzten Podcastfolge auch gesprochen.
00:13:24: wir dürfen viel mehr einen guten Umgang mit Stress finden um eben in unseren Höchstleistungsmodus auch zu kommen.
00:13:31: Also, grün heißt nicht entspannt.
00:13:34: Grün heißt steuerbar.
00:13:39: Vielleicht erinnerst du dich noch an die Schlafstudie aus dem ersten Teil?
00:13:42: Das türkische ist von innen fühlt sich rot auf wie hohe höchste Leistung an weil wir so viel tun.
00:13:47: Manche sagen aus ja nur unter Rot kann ich richtig gut performen stimmt ja auch teilweise.
00:13:53: Du musst dich aber danach wieder regulieren.
00:13:56: Und die gute Nachricht kommt nämlich aus einer Studie von Kornalisten und den KollegInnen in zwei Tausendneun.
00:14:02: Sie haben Medizinstudierende in New York untersucht, zwanzig Personen.
00:14:06: Nach einem Monat von intensiver Prüfungsverbereitung war die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit flexibel zu steuern, messbar schwächer!
00:14:15: Auch im Stirnhirn waren Veränderungen zu sehen – und ein Monat später nach der Phase mit weniger Stress und mehr Erholung war davon aber nichts mehr messbar oder zu sehen….
00:14:25: Das ist nur eine kleine Studie, aber ein starkes Beispiel dafür dass dieser Effekt eben von zu viel Stress und zu viel Anspannung im Gehirn auch umkehrbar ist.
00:14:37: Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken dieser Folge.
00:14:42: Leistung ist kein Charakterzug Leistung isst einen Zustand Und Zustände kann man steuern.
00:14:53: Einer meiner Coaches hat mir mal am Anfang von einer Sitzung wirklich dreißig Minuten lang erklärt, warum ihr Chef und ihr Kunde und ihr Team eigentlich so das Problem sind.
00:15:06: So ein alles was sie gesagt hatte war auch total nachvollziehbar Und trotzdem kam an keiner Stelle vor Was die selbst eigentlich irgendwie dafür tun kann dass es anders wird.
00:15:15: Erst als wir dann mal über Dinge gesprochen haben wie Regeneration Schlaf Die letzten drei Wochen Freunde treffen Auch sich als Priorität setzen Erholung Erst da wurde sichtbar, wie rot sie eigentlich war.
00:15:29: Und wir hatten dann vier Wochen später wieder eine Coachingsession, hätten ein paar Dinge besprochen und auf einmal waren das – es war immer noch ne anstrengende Situation könnte man sagen aber es wurden wieder Optionen gesehen wo vorher eine waren.
00:15:46: Das ist ein Mechanismus in deinem Kopf!
00:15:50: Jetzt geht's darum was dieser Mechanismus auch mit den Menschen um dich herum macht.
00:15:57: Wer rot, also gestresst, höchstgestresst in ein System reingeht, der bekommt Rot zurück.
00:16:05: So und das ist mehr als ein Bild.
00:16:06: dazu gibt es eine Studie und die würde ich so gerne in jedes Führungskräftetraining eigentlich mitnehmen.
00:16:12: Also tue ich auch wenn ich eins mache und zwar da hat die Veronica Engert vom Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.
00:16:22: die haben folgendes untersucht Eine Gruppe von Menschen kam eine klassische Stresssituation Vortrag von einem kritischen Gremium dazu kopfrechnen unter Zeitdruck, also so die Hölle für jeden.
00:16:33: Eine andere Gruppe hat dabei nur zugesehen und jetzt kommt das Spannende.
00:16:37: Also die, die zugeguckt haben, die standen selber nicht unter Druck, die sollten einfach nur zugucken.
00:16:42: Was das Ergebnis aber war?
00:16:44: rund ein Viertel der Beobachtenden zeigte einen messbaren Anstieg des Stressormonskortisol – nur durchs Zusehen!
00:16:52: Wenn die gestresste Person, die davor getragen hat auch noch vertraut Zum Beispiel der eigene Partner oder wenn es die eigene Partnerin war, waren es rund vierzig Prozent.
00:17:01: Und selbst wenn die Situation nur per Video übertragen wurde, waren's immer noch vierundzwanzig Prozent!
00:17:06: Das ist eine Laborstudie und nicht alle Menschen reagieren natürlich gleich aber diese Richtung ist klar belegt.
00:17:12: Und wenn du auch mal überlegst also wenn ich zumindest überlege bei auch ne zweieinhalbjährige Tochter bin ich gestresst... ...es ist mein Kind meistens auch.
00:17:21: Wenn ich jemanden anpampe, pammt derjenige zurück.
00:17:25: Für deine Arbeit heißt das Wenn du gestresst ins Meeting gehst oder dein Team führst, oder Ansagen machst.
00:17:33: Dann überträgt sich das auf deinen Team oder auf deine Kollegen und Kolleginnen – per Bildschirm genauso wie im gleichen Raum!
00:17:42: Und dann sitzt dir ein Kunde gegenüber dessen Stirnhirn in diesem Moment ebenfalls wenig leistet und genau dann wenn ihr gemeinsam eigentlich eine gute Entscheidung treffen wollt.
00:17:50: und es funktioniert da nicht mehr.
00:17:53: Der Psychologe Paul Watzler-Wick hat auch mal gesagt, man kann nicht nicht kommunizieren.
00:17:58: Und ich würde das für den Kontext hier sogar noch was zuspitzen.
00:18:02: Dein Zustand in dem du kommunizierst ist Teil deiner Botschaft beim Kunden und im Team und bei deinen Kollegen.
00:18:12: Worauf kommt es in Projekten?
00:18:13: In Veränderungen und in schwierigen Verhandlungen an?
00:18:16: Auch in der Zusammenarbeit generell?
00:18:18: Kooperation!
00:18:20: Kooperation gelingt uns in der Regel nur im grünen Zustand.
00:18:24: Die Studie von Engard hat eben die Übertragung von diesem Stress gemessen und das Ruhe, sich genauso überträgt ist damit nicht direkt belegt.
00:18:31: Aber in meiner Praxis sehe ich das sehr, sehr häufig ein Mensch der aktiviert ist und trotzdem steuern kann stabilisierten kompletten Raum.
00:18:38: In der Psychologie spricht man da von Korregulation.
00:18:45: Alle Eltern unter euch denken jetzt wahrscheinlich so Oh!
00:18:47: Das habe ich schon mal gehört.
00:18:49: Ja?
00:18:49: Korregulation ist auch gerade so ein... was heißt es?
00:18:52: Trend aber man sieht es überall Man liest es überall auch wenn es um die Erziehung von Kindern geht.
00:18:58: Aber das Prinzip greift eben genau so bei uns Erwachsenen, also so wie ich drauf bin – so ist mein Gegenüber drauf und es ist völlig egal ob das dabei dein Kind ist oder ob das die Bäckerei Fachverkäuferin oder der Fachverkäufer ist.
00:19:12: Ob das dein Mann ist?
00:19:13: Ob das deine Freunde sind?
00:19:14: Gebe ich was rein, kriege ich das in der Regel zurück!
00:19:20: Und damit sind wir bei der Frage, wie man das systematisch angeht und nutzen kann.
00:19:26: Ich arbeite dafür mit einem Modell aus neuen Hebeln und es sind drei Ebenen, die ebenen kennst du schon.
00:19:32: Die Ebene bist du, dein Team, deine Kolleginnen, deine Kollegen und das System also das Unternehmen in dem du bist.
00:19:39: Und die drei Fragen, die man jeweils auf alle anwendet ist habe ich Kapazitäten?
00:19:45: Also kann ich überhaupt noch steuern?
00:19:47: Habe ich Klarheit?
00:19:49: weiß ich wo's hingehen darf und wo Druck jetzt auch mal notwendig ist und wo nicht?
00:19:54: Und das dritte ist die Ausrichtung.
00:19:55: Weiß ich, wofür ich was tue und mein Team und die Organisationen unter welchen Bedingungen?
00:20:01: Kapazität ist dabei die Basis.
00:20:04: Ohne Kapazitätsgreifen die anderen Hebeln nicht – alles worüber wir heute gesprochen haben geht genau auf dieses Kapazitätsthema eben auch zurück!
00:20:15: Es gibt ein Bild aus dem Radsport, dass macht es sehr greifbar.
00:20:19: Im Peloton fährt immer jemand vorne im Wind und verbraucht am meisten Kraft.
00:20:23: Dann wird gewechselt.
00:20:25: Wer nach hinten rotiert, erholt sich dann im Windschatten der anderen.
00:20:28: Das ist keine Schwäche, sondern so gewinnt das Team und in den meisten Unternehmen feiern wir immer nur die Leute, die vorne fahren – und nicht die, die eben auch im Windchatten unterwegs sind!
00:20:41: Und da liegt auch das Problem im Alltag.
00:20:43: Bevor du auch deinen Zustand steuern kannst, musst du ihn erstmal bemerken.
00:20:48: Genau das fällt uns am Roten Zustand am Schwersten.
00:20:52: Ich bin ja eh gerade hier so drinnen, ich bin eh so gestresst.
00:20:55: Ich mach das
00:20:55: jetzt.".
00:20:56: Und du erinnerst dich an die Schlafstudie?
00:20:58: Die Leistung fällt aber das eigene Gefühl bleibt gleich!
00:21:01: Wir denken wir könnten immer noch die gleiche Leistungen bringen.
00:21:04: Es ist aber nicht so und deswegen ist es so so wichtig auch sich selber einfach mal einzugestehen hey es ist grade so und es ist vielleicht auch gerade zu viel und ich brauche Erholung.
00:21:24: schwierige Gespräche mit seinem Kunden führen durfte, so eine Restrukturierung oder ist in der Restrukturierung.
00:21:31: Und wir haben die Situation hinterher mal analysiert und auf jeden Fall hat der Berater immer, sage ich mal schlechte Nachrichten überbrachts und der Kunde hat es auch sehr schwierig nur aufgefast was dann zur Folge hatte dass der kunde sehr viel rot reingegeben hat und der berater für Rot wieder zurück weil er hat ja auch noch seinen Job gemacht und so hat sich das Die ganze Zeit aufgebaut, es war ein Ping-Pong und am Ende des Tages sind beide halt sehr rot auseinandergegangen.
00:22:00: Wir haben darüber gesprochen über genau das Kapazitäten, Co-Regulation Grün
00:22:04: usw.,
00:22:05: und es stammen noch mehrere Gespräche mit diesem Kunden auch an.
00:22:09: Der Berater ist dann in die nächste Runde reingegangen und hat eben diese Dinge angewendet – und auch wenn es kein wunderschönes Gespräch war.
00:22:17: Gleichzeitig meinte er aber man hatte eine Veränderung gemerkt indem man wirklich überlegt was braucht man gegenüber?
00:22:23: Und wie kann ich auch schon grün reingehen und grünen geben, damit ich das auch möglichst von meinem Gegenüber zurück bekomme?
00:22:30: Und so Kooperation am Ende fördern kann.
00:22:35: Ein Beispiel von mir... Wenn ich einen anstrengenden Tag hatte oder anstreggende Wochen und ich komme nach Hause und ich weiß – da wartet jetzt ein kleines Wesen auf mich– dann mache ich mir das sehr bewusst in welchem Zustand ich gerade bin!
00:22:50: Ich benenne ihn im Zweifel auch.
00:22:53: Ich fühle Müdigkeit, was auch immer.
00:22:56: Denn es bringt überhaupt nichts gestresst in diese Situation rein zu gehen weil wir wissen ja dass das Gegenüber dann in der Regel auch genauso reagiert wie wir es da nicht haben wollen.
00:23:05: sprich überlegt dir vorher gut wie's ist und würdig den Zustand und allein dadurch geht deine Stressreaktion eine Stressaktivität in der Ermittler schon ein Stück weit runter.
00:23:18: Es ist faszinierend aber genau so funktioniert.
00:23:21: Und genau das Tool würde ich dir gerne auch noch mal mitgeben, dieses Benennen bevor du reingehst.
00:23:26: Also Name it to Tame It heißt es auf Englisch und wenn du mal Marx probierst aus.
00:23:31: Es dauert weniger als eine Minute und das beruht auf einer Studie von Matthew Liebermann in seinem Team an der University of California in Los Angeles.
00:23:39: Sie haben zwei sieben im Gehirnscanner gezeigt.
00:23:41: Wenn Menschen ein Gefühl in Worte fassen sinkt die Aktivität in der Amygdala also in der Region die Gefahr meldet.
00:23:49: Im Stirnhirn hingegen steigt wieder die Aktivität in einen Bereich, der unsere Emotion reguliert.
00:23:55: Also das Benennen allein dämpft schon die Stressreaktion.
00:23:59: Name it to tame it!
00:24:02: Das kannst du... also es musst du nicht mal laut sagen, das kannst du dir auch in Gedanken sagen, dass hilft genauso.
00:24:07: Fakt ist nur würdige Es, benenne es weil das fördert einfach die Emotionsregulation.
00:24:14: Also, nimm dir vor deinem nächsten wichtigen Termin einfach ein paar Sekunden – ob das einen Kundentermin ist, ein wichtiges Meeting, Steering und so weiter.
00:24:23: Und frag dich bin ich gerade rot oder grün?
00:24:26: Und was ist denn grade?
00:24:28: Benennt in einem ganz kurzen Satz, was da ist, möglichst konkret.
00:24:31: Und beginne auch damit zu sagen Ich fühle Anspannung!
00:24:38: Also, bald du sagen würdest ich bin angespannt oder ich bin nervös identifizierst du dich noch stärker mit dem Gefühl.
00:24:43: Das macht einen Riesenunterschied!
00:24:45: Hört sich vielleicht seltsam an ist aber so.
00:24:47: So leise für dich schreib's auf den Zettel.
00:24:51: das Gefühl musst dann nicht weggehen.
00:24:52: es reicht zu benennen und formuliere den ersten Satz in deinem Meeting als eine Frage.
00:25:01: denn wer fragt der führt dass is grün.
00:25:05: Und dieser dritte Schritt der kommt aus meiner Praxis geht mit einer Frage rein.
00:25:08: Und wenn es ist so, hi!
00:25:10: Was ist dein Ziel?
00:25:12: Wie geht es dir?
00:25:13: Wie is dein Tag bislang?
00:25:15: Was auch immeres ist.
00:25:16: Denn mit der Informationen kannst du auch wunderbar im Gespräch weitermachen.
00:25:23: Wenn Du drei Dinge aus dieser Folge nimmst, dann ist es dieses erstens.
00:25:28: Dauerdruck kostet Leistung.
00:25:32: Von innen merkst du's kaum.
00:25:34: Es ist aber da.
00:25:35: Zweitens Unterdauerdruck verliert ein Stirnhörner in Steuerung.
00:25:41: Das heißt, Leistung ist kein Charakterzug.
00:25:43: Leistung isst ein Zustand und Grün heisst steuerbar.
00:25:50: Entspannt musst du dafür gar nicht sein?
00:25:53: Steuerbar!
00:25:54: Und drittens dein Zustand überträgt sich auf andere.
00:25:58: also überlegt dir vorher gut wie Du in welche Situation reingehst Wenn Du tiefer an das einsteigen willst worüber wir heute gesprochen haben dass es die Basis meines Sustainable High Performance Programms.
00:26:12: Da geht es wirklich um Kapazitäten bei dir, in deinem Team oder deinen Kolleginnen und Kollegen.
00:26:19: Und dann auch im gesamten System, indem du dich befindest.
00:26:22: Im Programm arbeiten wir mit allen neuen Hebeln – also wir haben heute ungefähr zwei habe ich mal angeschnitten, das heißt da gibt's noch viel mehr.
00:26:30: Und vor allem auch an echten Situationen.
00:26:32: Also an Kundenterminen, an Meetings, an Restrukturierungen, an schwierigen Gesprächen, an Rückmeldungen die man schon zu lange vor sich her schiebt.
00:26:41: Und wenn du Interesse hast und wenn du wissen willst, ob das für dich passt, dann nimm dir zwanzig Minuten mit mir.
00:26:46: Den Link findest Du in der Beschreibung zu dieser Folge.
00:26:52: Nachhaltige Leistungsfähigkeit heißt dass du auch an der Spitze noch steuern kannst!
00:26:57: Diese Folge steht auf den Schultern von Menschen die dazu jahrelang geforscht haben wie Amy Arnston & Yale Hans van Dongen und David Denghens im Pennsylvania, Lars Schwabe Oliver Wolff in Bochum Connor Listen BJ Casey New York Veronica Engert in Leipzig, Matthew Liebermann in LA und das sind noch so viel mehr.
00:27:16: Danke für eure ganze Arbeit!
00:27:17: Und danke, dass du heute wieder mit dabei warst.
00:27:20: Bis zur nächsten Folge von The Brain Behind.
00:27:23: Mach's gut!
00:27:28: Wenn ihr diese Folge gefallen habt, lasst gerne eine Bewertung sah und empfiehlt sich jemandem der auch davon profitieren könnte.
00:27:42: Und damit du die nächste Folge nicht verpasst, folge dem Podcast!
00:27:46: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
Neuer Kommentar